Amblyopie-Screening

Vorsorge-Untersuchung der Sehkraft im 3. oder 4. Lebensmonat

Unter Amblyopie versteht man ein sogenanntes "stumpfes Auge", also die Schwachsichtigkeit eines Auges, selten beider Augen. Die Sehschwäche entsteht auf Basis einer verminderten Entwicklung des kindlichen Sehsinnes.

Amblyopie ist der aktuellen Forschung zufolge nicht ausschließlich eine organische Schwäche, sondern beruht auf einer mangelhafte Stimulanz des Sehsinnes. In der Regel entsteht die Sehschwäche während des dritten oder vierten Lebensmonats. Vielfach wird sie jedoch nicht diagnostiziert, so dass die Behandlung zu spät einsetzt. Der Fehler kann damit oftmals nicht oder nur unzureichend ausgeglichen werden. Die reine Versorgung mit Sehhilfen kann die Sehschwäche nicht ausgleichen.

Insbesondere bei Familien mit entsprechender erblicher Vorbelastung ist daher ein Amblyopie-Screening zu empfehlen. Es handelt sich um eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung, die im Rahmen der gewöhnlichen Vorsorgeuntersuchungen nicht abgedeckt ist. Die Untersuchung sollte zwischen der vierten und achten Lebenswoche stattfinden, da davon ausgegangen wird, dass bei einem Erkennen der Störung in dieser Zeit eine entsprechende Behandlung noch erfolgversprechend ist. Auf diese Weise soll eine mögliche spätere Erblindung ausgeschlossen werden.

Die Amblyopie-Untersuchung sollte bei einem Augenarzt erfolgen, da nur er über die nötigen Kenntnisse über die Entwicklung des menschlichen Sehens verfügt und da nur er die möglicherweise nötigen Therapien einleiten kann. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Untersuchung sogar von der Krankenkasse übernommen werden. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn bei einem oder beiden Elternteilen eine familiäre Vorbelastung in den Bereichen erhebliche Weitsichtigkeit oder Schielen vorliegt.

Jedoch ist zu beachten, dass nicht jeder Augenarzt die Untersuchung anbietet. Daher ist es durchaus sinnvoll, sich zunächst bei der Krankenkasse über die Übernahme der Kosten zu informieren und dann auch teilnehmende Ärzte zu erfragen.

Wesentliche Kritik gibt es am Amblyopie-Screening nicht. Schließlich handelt es sich um eine frühe Vorsorgeuntersuchung, die tatsächlich bestehende Risiken abdeckt und mögliche erhebliche Spätfolgen effektiv vorbeugen und verhindern kann. Da es sich um eine tatsächlich körperliche Fehlentwicklung handeln kann, sind die kritischen Stimmen sehr leise.

Diese Krankenkassen übernehmen die Kosten für das Amblyopie-Screening:
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