Discovering Hands für Brustkrebsfrüherkennung

Der überlegene Tastsinn blinder Frauen hilft bei der Früherkennung

Discovering Hands: Der überlegene Tastsinn blinder und sehbehinderter Frauen hilft bei der Früherkennung bösartiger Veränderungen in der Brust. Je früher ein Tumor erkannt und entfernt wird, desto weniger kann er im Körper streuen und desto besser sind die Heilungschancen. Discovering Hands gehört nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten dennoch.

Die medizinisch-technische Tastuntersuchung „Discovering Hands“ ist eine neue Diagnosemehtode zur Früherkennung von Brustkrebs und kann die herkömmlichen Untersuchungsmethoden sinnvoll ergänzen. Bei der regelmäßigen Brustkrebsvorsorgeuntersuchung ab 30 Jahren wird die Brust durch den Gynäkologen abgetastet. Alle zwei Jahre können Frauen zwischen 50 und 69 Jahren ein Mammographie-Screening als gesetzliche Vorsorgeleistung in Anspruch nehmen.

Diese Untersuchungsmethoden können nicht ausreichend sein, wenn alleine 20 Prozent der Frauen mit Brustkrebsneuerkrankungen bereits unter 50 Jahren sind.  Jedes Jahr erkranken 70.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs, 18.000 Frauen sterben jährlich daran. Auch Ultraschalluntersuchungen, die nicht vom Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen abgedeckt werden, können bei der Früherkennung von bösartigen Veränderungen in der Brust helfen. Aber nicht alle Methoden sind verträglich oder zuverlässig genug und nicht alle werden selbstverständlich von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. 

Die medizinisch-technische Tastuntersuchung "Discovering Hands" stellt eine neue begleitende Untersuchungsmethode bei der Früherkennung von Veränderungen im Brustgewebe dar. Die taktile Brustuntersuchung dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Mit Hilfe von Spezialklebestreifen auf der Brust orientiert sich die Untersucherin und tastet in allen Gewebetiefen systematisch die Brust ab. Dabei ertasten die medizinisch-technischen Untersucherinnen (MTU) sehr viel genauer nach Gewebeveränderungen als Ärzte, die sich häufig nicht so viel Zeit für ihre Patientinnen nehmen können. Die Ergebnisse der Untersuchung werden dann  im Anschluss direkt von einem Facharzt ausgewertet.

Besonders geeignet ist die Untersuchung für Frauen zwischen 40 und 50 Jahren, die noch nicht an einem Mammographie-Screening teilnehmen können, deren Risiko für Brustkrebs aber schon höher als bei jüngeren Frauen ist. Die Initiative „Discovering Hands“ bildet blinde und sehbehinderte Frauen mit einem nachweislich guten Tastsinn in einem neunmonatigen Training zu medizinsch-taktilen Untersucherinnen aus. Bisher sind bereits 50 MTUs bei der Brustkrebs Vorsorgeuntersuchung im Einsatz, weitere 30 MTUs werden in den nächsten drei Jahren in Arztpraxen und Kliniken nach ihrer Ausbildung tätig werden. Dabei geht es nicht nur um bessere Diagnosemethoden im Kampf gegen Brustkrebs, sondern auch um ein neues Betätigungsfeld für blinde und sehbehinderte Frauen. 

Eine Reihe von gesetzlichen Krankenkassen übernimmt bereits die medizinisch-technische Tastuntersuchung "Discovering Hands" zur optimalen Brustkrebsfrüherkennung. Sie kann bei einigen Kassen jährlich und ohne Altersbegrenzung durchgeführt werden. Hier sehen Sie, welche Kassen die Taktilographie unterstützen. Die TBU, taktile Brustuntersuchung, kann auch als betriebliche Präventionsmaßnahme zum Einsatz kommen.

Die folgende Tabelle führt die Krankenkassen auf, die nach eigenen Angaben die Kosten für Discovering Hands anbieten. Die Sortierung entspricht der im Bereich "Vorsorge beim Arzt" im Krankenkassen-Vergleichsrechner erreichten Punktzahl.

Kostenübernahme für Discorvering Hands

  • Klick auf das Logo: Leistungsprofil der Krankenkasse.
  • Klick auf den Namen: Mehrleistungen der Krankenkasse für Behandlung und Krankenpflege. 

Hinweis: Satzungsleistungen können jederzeit Änderungen unterliegen, informieren Sie sich hierzu immer bei Ihrer Krankenkasse.