Wechsel: So funktioniert der Beitritt in eine neue Krankenkasse

Kündigung nicht erforderlich: Gesetzgeber hat Krankenkassen-Wechsel vereinfacht

Der Krankenkassen-Wechsel wird ab 1. Januar 2021 erleichtert. Wer die Krankenkasse wechseln möchte, stellt einen Beitrittsantrag bei der neuen Krankenkasse. Die informiert die alte Krankenkasse. Eine Kündigung ist nicht mehr erforderlich. Das neue Meldeverfahren zwischen den Krankenkassen ersetzt die Kündigung.

Hinweis: Die in den folgenden drei Absätzen beschriebenen Regeln zum Krankenkassen-Wechsel gelten ab 1. Januar 2021. Das Wechsel-Verfahren bis zum 31.12.2020 finden Sie auf dieser Seite weiter unten.

Die Kündigungsfrist von zwei Monaten gilt weiter. Aber darum muss man sich beim Wechsel keine Gedanken mehr machen. Per Datenabgleich klären neue und alte Krankenkasse, wann der Krankenkassen-Wechsel erfolgen kann. Sobald der Daten-Austauch mit der alten Krankenkasse stattgefunden hat, stellt die neue Krankenkasse eine Mitgliedsbescheinigung aus. Arbeitnehmer teilen Ihrem Arbeitgeber den Wechsel der Krankenkasse formlos mit. Der Arbeitgeber erhält dann im elektronischen Meldeverfahren die Bestätigung der Mitgliedschaft.

Auch die Bindung neu beigetretener Mitglieder an die Krankenkasse wird verkürzt: Der Krankenkassen-Wechsel ist in Zukunft möglich, sobald man 12 Monate bei seiner alten Krankenkasse versichert war. Das Sonderkündigungsrecht bei Erhöhung des Zusatzbeitrags bleibt. Wenn die eigene Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht, ist der Krankenkassen-Wechsel auch innerhalb der Bindefrist möglich.

Beim Wechsel des Arbeitgebers kann man sofort die Krankenkasse wechseln. Hier müssen keine Fristen eingehalten werden. Dieses Wechselrecht gilt während der ersten 14 Tage nach Beschäftigungsbeginn. Das gleiche gilt bei jedem versicherungsrechtlichen Statuswechsel. Wer pflichtversichert war und sich freiwillig weiterversichern möchte, kann sofort die Krankenkasse wechseln. Auch Familienversicherte kündigen nicht, sondern treten direkt der gewählten Krankenkasse bei. Nur wenn wer das System der gesetzlichen Krankenversicherung verlassen möchte, muss seine Krankenkasse noch kündigen - zum Beispiel, weil man sich privat versichern kann und möchte oder wenn man ins Ausland umzieht.

Diese Regeln für den Krankenkassen-Wechsel gelten noch bis zum 31.12.2020:

SCHRITT 1: PASSENDE NEUE KRANKENKASSE SUCHEN
Machen Sie sich Gedanken darüber, welche Krankenkasse am besten zu Ihren Vorstellungen passt. Dabei unterstützt Sie unser Krankenkassen-Vergleichrechner. Oft helfen auch Empfehlungen von Freunden, Verwandten oder Kollegen weiter: Wer hat gute Erfahrungen mit welcher Krankenkasse gemacht?

SCHRITT 2: ALTE KRANKENKASSE KÜNDIGEN
Wenn Sie bereits Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, ist die Kündigung Ihrer alten Krankenkasse Voraussetzung für den Krankenkassen-Wechsel. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Ihre alte Krankenkasse wird Ihnen innerhalb von 14 Tagen eine Kündigungsbestätigung zuzusenden. Sie können Ihre Krankenkasse ohne Bedenken kündigen, dafür hat der Gesetzgeber gesorgt. Ihr Versicherungsschutz ist in jedem Fall lückenlos: Sollte die Versicherung bei neuen Krankenkasse nicht zustande kommen, bleiben Sie automatisch bei Ihrem jetzigen Anbieter versichert. Auch eine doppelte Krankenversicherung ist ausgeschlossen.

Ausnahmen: Bei einem nahtlosen Arbeitsplatzwechsel ist keine Kündigung erforderlich. Am Tag der Arbeitsaufnahme bei einem neuen Arbeitgeber können Arbeitnehmer in eine Krankenkasse ihrer Wahl wechseln. Die Wahl der neuen Krankenkasse muss bis spätestens 14 Tagen nach Beschäftigungsbeginn erfolgen. Der Arbeitnehmer muss vor dem Arbeitsplatzwechsel wenigstens 18 Monate bei seiner alten Krankenkasse versichert gewesen sein.

SCHRITT 3: BEITRITTSANTRAG STELLEN
Stellen Sie einen Beitragsantrag bei Ihrer neuen Krankenkasse. Den Beitrittsantrag können Sie beim Krankenkassen-Wechselservice anfordern. Hinweis: Die Angabe eines Beitrittstermins sowie die Angabe des Namens der Vorversicherung sind Voraussetzung für die Bearbeitung Ihres Antrags. Übrigens: Wenn Sie bereits Mitglied einer gesetzlichen Krankenkassen sind, haben Sie ein Recht auf den Wechsel. Die neue, von Ihnen gewählte Krankenkasse muss Sie aufnehmen - unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand.

TIPPS ZUR KÜNDIGUNG
Sonderkündigungsrecht: Zusatzbeitrag ermöglicht sofortige Kündigung

Wenn die Krankenkasse teurer wird, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sobald die Krankenkasse ankündigt, dass sie einen Zusatzbeitrag verlangt, können Sie außerordentlich kündigen. Dieses Sonderkündigungsrecht besteht bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der Zusatzbeitrag fällig wird. In diesem Fall sollten Sie sich beeilen: Die Krankenkasse muss die Erhöhung nur einen Monat vorher bekannt geben.

Tipps zum Kündigungsschreiben für den Wechsel der Krankenkasse

Denken Sie daran: Kündigungen müssen schriftlich erfolgen. Am besten geben Sie das Kündigungsschreiben persönlich ab oder schicken es per Einschreiben mit Rückschein. Im Zweifelsfall können Sie so die fristgerechte Kündigung nachweisen. Ihre Krankenkasse muss Ihnen unverzüglich - spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung - eine Kündigungsbestätigung ausstellen. Fragen Sie nach, wenn sich Ihre Krankenkasse zwei Wochen nach Ihrer Kündigung noch nicht bei Ihnen gemeldet hat.

Die Mitgliedschaft bei der alten Krankenkasse ist erst dann beendet, wenn Ihnen die neue Krankenkasse das Zustandekommen der Mitgliedschaft schriftlich bestätigt hat. Diese Bescheinigung ist innerhalb der Kündigungsfrist der zur Meldung verpflichteten Stelle vorzulegen. Bei versicherungspflichtigen Mitgliedern ist dies in der Regel der Arbeitgeber. Freiwillige Mitglieder müssen die Mitgliedsbescheinigung innerhalb der Kündigungsfrist ihrer bisherigen Krankenkasse vorlegen, damit die Kündigung wirksam wird.

Im Klartext heißt das, dass Ihr Versicherungsschutz beim Wechsel der Krankenkasse zu keinem Zeitpunkt gefährdet ist! Eine Lücke bei der Krankenversicherung haben Sie nicht zu befürchten. Der Wechsel der Krankenkasse ist auch nicht sonderlich kompliziert. Mit dem Krankenkassen-Wechselservice von Krankenkassen.de geht es weitgehend online: schnell, sicher und bequem. Es spricht also nichts dagegen, durch einen Wechsel der Krankenkasse von Unterschieden bei Leistungen und Tarifen zu profitieren!

Begonnene Behandlungen laufen weiter

Einige medizinische Behandlungen müssen von Ihrer Krankenkasse genehmigt werden. Wenn eine von der alten Krankenkasse genehmigte Behandlung noch nicht begonnen wurde, müssen Sie bei der neuen Krankenkasse erneut einen Antrag stellen. Wenn Sie eine genehmigte Behandlung bereits begonnen haben, wird die neue Krankenkasse die Kosten der weiteren Behandlung tragen. Sie sollten die neue Krankenkasse nach Ihrem Beitritt sofort über die laufende Behandlung informieren.

Haben Sie von der alten Krankenkasse ein Hilfsmittel wie einen Rollstuhl leihweise erhalten, müssen Sie diesen in der Regel zurückgeben und erhalten von der neuen Krankenkasse gleichwertigen Ersatz. Auch bei Medikamenten ist es denkbar, dass Sie andere gleichwertige Arzneien erhalten.