Kündigungsfrist: Krankenkasse rechtzeitig kündigen

Kündigungsfrist beträgt in der Regel zwei Monate

Erst nach 18 Monaten Mitgliedschaft können Sie im Regelfall die Krankenversicherung wechseln. Anders sieht es aus, wenn Ihre Krankenkasse einen Zusatzbeitrag einführt. Dann haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Durch die Teilnahme an Wahltarifen kann diese Bindungsfrist bis zu drei Jahre betragen, bevor die Krankenkasse gewechselt werden kann.

Die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse kann mit einer Frist von zwei Monaten gekündigt werden. Das heißt: Die Kündigung ist immer zum Ende des übernächsten Monats möglich - genauer gesagt: Zum letzten Tag des übernächsten Monats. Um Ihnen die Rechnerei zu ersparen, können Sie auf unsere Tabelle "Kündigungsfrist Krankenkasse" zurückgreifen. Die Frist verkürzt sich auch bei einer Sonderkündigung nicht.

Um die Mitgliedschaft bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse kündigen zu können, bieten wir Ihnen vorbereitete Kündigungssschreiben für gesetzliche Krankenkassen. Ihre bisherige Krankenkasse ist verpflichtet, die Kündigung innerhalb von zwei Wochen zu bestätigen.

 

Tabelle: Kündigungsfrist Krankenkasse
Sie kündigen im Monat:Sie kündigen Ihre Mitgliedschaft zum:
Januar31. März
Februar30. April
März31. Mai
April30. Juni
Mai31. Juli
Juni31. August
Juli30. September
August31. Oktober
September30. November
Oktober31. Dezember
November31. Januar
Dezember28. Februar (29. Februar in Schaltjahren)


Erhebt die Krankenkasse erstmals einen Zusatzbeitrag oder wird ein bestehender Zusatzbeitrag erhöht, hat das Mitglied ein Sonderkündigungsrecht. Beim Sonderkündigungsrecht muss die Kündigung bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, für den die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erstmals erhebt oder ihn erhöht. Die Besonderheit bei der Sonderkündigung ist, dass für einen Krankenkassenwechsel die eigentlich geltende 18-monatige Bindungsfrist nicht gilt. Ein Wechsel der Krankenkasse ist also schon vor Ablauf der Bindungsfrist möglich. Bei Wahltarifen entfällt diese Frist. Einzige Ausnahme ist der Krankengeld-Wahltarif für Selbstständige.

Familienangehörige, die bei einem Krankenkassenmitglied mitversichert sind und mit diesem die Krankenkasse wechseln, müssen keine eigene Kündigung aussprechen und auch keine eigene Kündigungsbestätigung einreichen. Auch die Bindungsfrist spielt hier keine Rolle. Familienversicherte Angehörige, die in die private Krankenversicherung wechseln, müssen ebenfalls weder eine Bindungsfrist einhalten, noch eine schriftliche Kündigung aussprechen oder eine Kündigungsfrist einhalten. Die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung endet mit dem Zeitpunkt an dem die Mitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung  begründet wird.

Freiwillig versicherte Mitglieder, die in die private Krankenversicherung wechseln, müssen die 18-monatige Bindungsfrist nicht einhalten. Sehr wohl sind aber eine schriftliche Kündigung der Mitgliedschaft und die Einhaltung der Kündigungsfrist Voraussetzung für den Wechsel in die private Krankenversicherung. Ebenfalls ohne Einhaltung der Bindungs- und Kündigungsfrist und ohne schriftliche Kündigung wechseln freiwillig Versicherte oder Mitglieder, deren Versicherungspflicht endet, wenn für sie ein Anspruch auf Familienversicherung besteht.

Mitglieder deren Versicherungspflicht endet und die in die private Krankenversicherung wechseln können ohne Einschränkungen die gesetzliche Krankenkasse verlassen. Sei es wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze, wegen Verbeamtung oder der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit. Sie müssen weder Bindungsfrist, noch Kündigungsfrist einhalten und müssen auch keine schriftliche Kündigung aussprechen. Es ist jedoch eine formlose Erklärung innerhalb der 2-Wochen-Frist notwendig.

Nichtversicherte ehemalige Mitglieder deren Mitgliedschaft länger als einen Monat unterbrochen ist und die in dieser Zeit keine Absicherung in Form einer privaten Versicherung oder einer Familienversicherung hatten, haben grundsätzlich kein Wahlrecht. Zuständig für die Wiederversicherung ist hier die letzte Krankenkasse. Bei einer Unterbrechung von bis zu einem Monat und wenn die Mitgliedschaft kraft Gesetzes endete, ist eine Kündigung der unterbrochenen Mitglied nicht erforderlich. Die erneute Mitgliedschaft nach der Unterbrechung beginnt mit Eintritt der Versicherungspflicht bei der neuen Krankenkasse. Bindungsfrist und Kündigungsfrist sind erst wieder bei der neugewählten Krankenkasse einzuhalten.

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