Krankenkassenbeitrag: Selbstständige

Möglichkeiten der Beitragsbegrenzung ausschöpfen!

Selbstständige und Arbeitnehmer mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze ( 5362,50 Euro) sind freiwillig gesetzlich versichert. Der Beitrag für die gesetzliche Krankenkasse errechnet sich aus dem Einkommen. Dabei gilt eine Höchstgrenze (Beitragsbemessungsgrenze) von 4837,50 Euro monatlich. Auch wenn der Versicherte mehr verdient, steigt der Beitrag nicht weiter.

Die gesetzliche Krankenversicherung unterscheidet zwischen Pflichtversicherung und freiwilliger Krankenversicherung. Alle Arbeitnehmer, deren Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze von 64.350  Euro jährlich ( 5362,50 monatlich) liegt, haben die Pflicht, sich gesetzlich zu versichern (Pflichtversicherung). Selbstständige unterliegen dieser Versicherungspflicht nicht, sie versichern sich "freiwillig".

Durch den Nachweis niedrigerer Einkünfte können Selbstständige ihren Krankenkassen-Beitrag senken. Bestimmte Mindesteinkommensgrenzen dürfen nicht unterschritten werden. Für hauptberuflich Selbstständige ist dies ein Mindesteinkommen von monatlich 1.096,67 Euro. Bei der Berechnung des Einkommens des Selbstständigen werden alle Einkunftsarten herangezogen, die das Einkommenssteuerrecht vorsieht.

Die Beiträge sind also je nach Einkommen sehr unterschiedlich. Je höher das Einkommen, umso größer die Beitragsersparnis bei der Wahl einer günstigen Krankenkasse. Die folgende Tabelle der drei bundesweit geöffneten Krankenkassen mit den niedrigsten Beiträgen verdeutlicht dies:

Krankenkasse Beitragssatz Mindestbeitrag Höchstbeitrag
hkk Krankenkasse 14,69 % 161,10 € 710,63 € Antrag »
BKK firmus 14,84 % 162,75 € 717,89 € Antrag »
BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER 14,90 % 163,40 € 720,79 € Antrag »

Der Krankenkassen-Beitragssatz beträgt für freiwillig versicherte Selbstständige beläuft sich auf 14,0 Prozent plus Zusatzbeitrag. Der Beitragssatz für hauptberuflich Selbstständige, die einen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld ab der 7. Woche der Arbeitsunfähigkeit gewählt haben, liegt bei 14,6 Prozent. Hinzu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag.

BERECHNUNGSBEISPIELE FÜR DEN KRANKENKASSEN-BEITRAG FÜR SELBSTSTÄNDIGE

VersichertengruppeBeitrags-satzBemessungs-grenze in EuroKranken-kassen-Beitrag in EuroPflege-Beitrag in EuroGesamt-beitrag in Euro
SELBSTSTÄNDIGE MIT
EINKOMMEN  ÜBER
4687,50 EURO MONATLICH
     
Höchstbetrag ohne Krankengeld-Anspruch14 %
+ Zusatz-beitrag
4837,50 677,25147,54824,79
+
Zusatz-beitrag
Beispielrechnung bei Zusatzbeitrag von 1,3 %15,3 % 4837,50 740,14147,54887,68
      
SELBSTSTÄNDIGE MINDESTBEITRAG Fiktives MindesteinkommenKranken-kassen-Beitrag in EuroPflege-Beitrag in EuroGesamt-beitrag in Euro
Bei entsprechendem Einkommensnachweis: Selbstständige ohne Krankengeld-Anspruch14 %
+ Zusatz-beitrag
1.096,67 153,53 37,29 190,82
+
Zusatz-beitrag
Beispielrechnung bei Zusatzbeitrag von 1,3 %15,3 % 1.096,67 167,79 37,29 199,46
      
PERSONEN OHNE EINKOMMEN Fiktives Mindest-einkommenKranken-kassen-Beitrag in EuroPflege-Beitrag in EuroGesamt-beitrag in Euro
Sonstige Personen ohne Einkommen14 %
+ Zusatz-beitrag
1.096,67 153,53 37,29 190,82
+ Zusatz-beitrag
Beispielrechnung bei Zusatzbeitrag von 1,3 %15,3 % 1.096,67 167,79 37,29 199,46
EHEGATTENEINSTUFUNG     
Höchstbetrag für Ehegatteneinstufung14 %
+
Zusatz-beitrag
2.418,75338,6373,77412,40
+ Zusatz-beitrag
Beispielrechnung bei Zusatzbeitrag von 1,3 %15,3 %2.418,75370,0773,77443,87

Anmerkung: Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung beträgt 3,05 %. Kinderlose Mitglieder, die das 23. Lebensjahr überschritten haben zahlen 3,4 %. Wünschen Selbstständige einen Anspruch auf Zahlung von Krankengeld kommt ein Beitragsaufschlag von 0,6 Prozent hinzu.

Besonders interessant ist die Regelung für gering verdienende Selbstständige. Im Normalfall geht die gesetzliche Krankenversicherung davon aus, dass ein Selbstständiger gut verdient. Deshalb wird er automatisch zum Höchstsatz in der gesetzlichen Krankenkasse eingestuft.  Wenn ein freiwillig versichertes Krankenkassen-Mitglied nichts oder nur sehr wenig verdient, wird die Krankenkasse ein fiktives Mindesteinkommen für die Beitragsberechnung ansetzen.

Nicht nur für hauptberuflich Selbstständige gibt es einheitliche Regeln für die Beitragsbemessung. Das 52 Seiten starke Dokument des Spitzenverbands der Krankenkassen regelt auch die Beitragsbemessung für freiwillig versicherte Arbeitnehmer, Beamte, Richter, Soldaten, Rentner und sonstige Personen, die sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichern.