Krankenversicherung für Ausländer bei Jobsuche in Deutschland

Deutsche Krankenkassen versichern auch EU-Bürger auf der Suche nach Arbeit

Ausländer, die in Deutschland Arbeit suchen, brauchen eine Krankenversicherung. EU-Bürger können dafür auf ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) zurückgreifen und sich in Deutschland kostenlos behandeln lassen.

Das Recht zur unbeschränkten Arbeitssuche in Deutschland gilt seit der Ausweitung der Arbeitnehmerfreizügigkeit 2011 auch für Bürger aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn. Bürger aus Malta und Zypern waren Bürgern aus den alten EU-Staaten gleichgestellt und konnten schon seit 2004 unbeschränkt zum Arbeiten nach Deutschland kommen. Für Bulgarien und Rumänien gibt es bis 2013 Sonderregeln.

Die Behandlung mit der Europäischen Krankenversicherungskarte beschränkt sich allerdings auf eine Notfallversorgung. Absehbare Behandlungen -zum Beispiel die Geburt eines Kindes- sollten im Heimatland durchgeführt werden. Aufgrund dieser Einschränkungen stellt sich bei längeren Aufenthalten die Frage nach einer Krankenversicherung in Deutschland.

EU-Bürger auf Jobsuche in Deutschland können den Leistungsanspruch ihrer Europäischen Krankenversicherungskarte erweitern, wenn sie hier leben. Dabei bleiben sie in ihrer alten Krankenversicherung, erhalten aber alle Sachleistungen, die vom deutschen Gesundheitssystem vorgesehen sind. Voraussetzung ist, dass sie ein spezielles europäisches Formular vorlegen. Das Dokument war früher als E-106, E-109, E-120 oder E-121 bekannt. Heute heißen die E-Formulare „mobile Dokumente". Für die Krankenversicherung ist der EU-Vordruck S1 notwendig. Er wird von der Stelle ausgefüllt, bei der die Krankenversicherung zuletzt bestanden hat.

Arbeitslose EU-Ausländer erhalten Krankenversicherung in Deutschland

Mit dem Formular S1 werden Polen, Tschechen, Ungarn und andere EU-Ausländer aber nicht Mitglied einer deutschen Krankenkasse. Die Mitgliedschaft in der deutschen Krankenkasse wird meistens erst dann hergestellt, wenn ein EU-Bürger in Deutschland einen Arbeitsplatz hat. Wer noch auf der Suche nach einer Stelle ist, kann sich unter Umständen trotzdem in Deutschland krankenversichern. Dazu muss man sich bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden. Denn EU-Bürger, die dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, können Mitglied einer deutschen Krankenkasse werden. Das gilt für die Staatsbürger der 15 "alten" EU-Mitgliedsländer wie Griechenland oder Irland ebenso wie für die Bürger der 2004 beigetretenen Länder wie Estland, Lettland, Litauen, Ungarn oder Polen.

Voraussetzung für die Aufnahme in eine deutsche gesetzliche Krankenkasse ist, dass der EU-Ausländer bereits vorher in einem System gesetzlicher Krankenversicherungen versichert war. Das wird zum Beispiel mit dem Structured Electronic Document SED 040 oder SED 041 nachgewiesen. Wer als Bürger eines EU-Landes vorher privat versichert war, muss sich auch in Deutschland eine private Krankenversicherung suchen. Alternativ kann der aus dem EU-Ausland kommende Arbeitssuchende seine vorherige private Krankenversicherung beibehalten, wenn diese für Deutschland gilt. Die private Krankenversicherung wird auch für die meisten Ausländer aus Nicht-EU-Staaten die einzig mögliche Krankenversicherung in Deutschland sein.

Wer als EU-Bürger bisher weder eine private noch eine gesetzliche Krankenversicherung hatte, kann das in Deutschland ändern. Denn seit der Gesundheitsreform 2007 hat jeder in Deutschland das Recht -und die Pflicht!- eine Krankenversicherung abzuschließen. Bürger anderer EU-Mitgliedsländer können sich dazu bei einer deutschen Krankenkasse anmelden. Dabei muss nachgewiesen werden, dass bisher weder eine private, noch eine gesetzliche Krankenversicherung bestanden hat.

 

Krankenkassen-Wechselservice für Ausländer und EU-Bürger

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