Krankenversicherung für Ausländer in Deutschland

Die passende Krankenversicherung finden

Krankversicherung ist in Deutschland Pflicht: Wer in Deutschland lebt, muss krankenversichert sein. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Formen der Absicherung. 73 Millionen Menschen sind Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen, 9 Millionen sind privat krankenversichert. Das Niveau der medizinischen Versorgung ist in beiden Systemen gut. 

Gesetzliche Krankenversicherung
Studenten und Arbeitnehmer, die weniger als 5362,50 Euro im Monat verdienen, müssen sich gesetzlich krankenversichern. Zum Beitritt in dieses System wählt man eine gesetzliche Krankenkasse und stellt dort einen Antrag. Der Beitritt erfolgt mit dem Tag der Arbeitsaufnahme oder dem Beginn des Studiums. Wer vorher einreist, braucht für die Zwischenzeit eine Gästeversicherung. Sonderregeln gelten für EU-Bürger: Wer in einem anderen EU-Land gesetzlich versichert war, kann in jedem Fall auch in Deutschland einer gesetzlichen Krankenkasse beitreten.

Private Krankenversicherung
Wer nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig ist, wählt eine private Krankenversicherung. Das sind vor allem Selbstständige, Beamte, gut verdienende Angestellte und Studenten über 30 Jahren. Auch wer aus dem Ausland kommt und keiner Beschäftigung nachgeht, versichert sich privat. Private Krankenversicherungen für Expats mit begrenzter Aufenthaltsgenehmigung sind günstiger - bei gleichem Leistungsniveau.

Unterschiede zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung
Die medizinische Versorgung erfolgt in der Regel durch die gleichen Ärzte und in den gleichen Krankenhäusern. Beim Service werden privat Krankenversicherte häufig bevorzugt: Sie erhalten schneller einen Termin beim Facharzt und liegen im Krankenhaus im 1- oder 2-Bett-Zimmer. Der Grund: Ärzte und Krankenhäuser erhalten für die Versorgung von Privatpatienten wesentlich höhere Honorare als für die Behandlung von gesetzlich Versicherten.

Kosten und Beiträge
Privat Krankenversicherte zahlen die Kosten der medizinischen Versorgung zunächst selbst und erhalten dann eine Rückerstattung durch ihre Krankenversicherung. Gesetzlich Versicherte zahlen nicht selbst. Der Arzt rechnet direkt mit der Krankenkasse ab. Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung werden nach dem Risiko berechnet: Wer jung und gesund ist, zahlt günstigere Beiträge. Die gesetzlichen Krankenkassen berechnen die Beiträge nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit: Wer viel verdient, zahlt viel, wer wenig verdient, wenig.

Wahl einer gesetzlichen Krankenkasse
Wer einer gesetzlichen Krankenkasse beitreten möchte, kann nicht viel falsch machen. 95 Prozent der Leistungen sind gesetzlich vorgeschrieben und die Unterschiede bei den Beiträgen sind ebenfalls nicht sehr groß. Die günstigste deutschlandweite Krankenkasse ist die "hkk Krankenkasse" mit rund 800.000 Versicherten. Die größte Krankenkasse ist die "Techniker Krankenkasse (TK)" mit rund 10 Millionen Mitgliedern. Bei der Techniker Krankenkasse liegen Anträge und Informationen deshalb immer auch auf Englisch vor. Auch englischsprachige Beratung ist gewährleistet.

Wahl einer privaten Krankenversicherung
Die Auswahl der passenden privaten Krankenversicherung ist komplizierter. Hier gibt es viele unterschiedliche Tarife mit unterschiedlichen Kosten und Leistungsniveaus. Der Gesetzgeber schreibt deshalb vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung immer eine verbraucherorientierte Beratung vor. Einfacher ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung für Expats mit begrenztem Aufenthalt.