Infektion mit Borna-Virus im Landkreis Regen

Im Landkreis Regen hat sich ein Mensch mit dem Borna-Virus infiziert.
Es ist der vierte Fall binnen drei Monaten in Bayern.

Regen (dpa/lby) - Erneut ist in Bayern eine Infektion mit dem
Borna-Virus registriert worden. Im Landkreis Regen ist ein 79 Jahre
alter Mensch erkrankt und befindet sich in intensivmedizinischer
Behandlung, wie das Landratsamt mitteilte. Das Virus wird nach
Angaben des Landesamtes für Gesundheit (LGL) vorwiegend von der
Feldspitzmaus übertragen. Infektionen sind äußerst selten, verlaufen

aber in der Regel lebensbedrohlich. Es gibt weder eine Impfung noch
eine spezifische Therapie.

«Da das Virus sich nicht von Mensch zu Mensch verbreitet, besteht
keine erhöhte Gefahr für die Bevölkerung», sagte Amtsarzt Jürgen

Dachl. Wo genau sich der erkrankte Mensch angesteckt habe, sei bisher
nicht ermittelt worden. Neben einer Übertragung durch direkten
Kontakt zu Feldspitzmäusen, etwa durch Bissverletzungen, sei es
denkbar, dass ein Mensch sich über die virushaltigen Ausscheidungen
der Feldspitzmaus infiziere, so Dachl. Über den Infektions-Fall hatte
zuvor der Bayerische Rundfunk berichtet.

Schwerpunkt Bayern

Bundesweit werden im Durchschnitt pro Jahr weniger als zehn
Infektions-Fälle gemeldet, ein Großteil davon in Bayern. Anfang Mai
gab es einen Fall in Augsburg, Ende April im Raum Bad Wörishofen im
Landkreis Unterallgäu sowie im März im Landkreis Erding. Im Herbst
2025 starb im Landkreis Tirschenreuth ein Mensch an den Folgen einer
Infektion, wenige Monate zuvor gab es zwei Fälle im Landkreis
Pfaffenhofen an der Ilm. 

Feldspitzmaus als Überträger

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor.
Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin,
Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken. Der Erreger ist
bei Tieren seit langem bekannt. Erst 2018 wurde nachgewiesen, dass
BoDV-1 auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche
Gehirnentzündungen verursacht. Die Krankheit ist seit 2020
meldepflichtig.

Lebende oder tote Feldspitzmäuse sollten nicht mit bloßen Händen
berührt werden. Kadaver sollten in einer verschlossenen Plastiktüte
im Hausmüll entsorgt werden. Hierbei sowie bei Staub aufwirbelnden
Arbeiten an Orten, an denen Feldspitzmäuse leben, sollten
Gummihandschuhe, Schutzbrille und Feinstaubmaske getragen werden.
Danach sollte man duschen, die Kleidung waschen und kontaminierte
Flächen reinigen.

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