Ebola im Kongo: Wie gefährlich ist der Ausbruch? Von Kristin Palitza, dpa
Die WHO ruft den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Die
Ausbreitungsgefahr in der Region ist hoch. Müssen sich auch Menschen
in Europa Sorgen machen?
Kinshasa (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen
eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda
den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Verantwortlich
ist eine seltene Virusvariante, für die es keinen Impfstoff gibt. Die
Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region gilt als hoch.
Wie ungewöhnlich und kritisch ist der Ausbruch?
In den letzten 50 Jahren ist es in der Demokratischen Republik Kongo
zu 17 Ebola-Ausbrüchen gekommen. Dabei handelte es sich laut der
afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC hauptsächlich um den am
häufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus, für den ein Impfstoff
entwickelt wurde. Erst zum dritten Mal ist laut Africa CDC nun die
seltene Bundibugyo-Variante ausgebrochen. Zuvor war der
Bundibugyo-Stamm 2007 erstmals in Uganda aufgetreten, dann 2012 im
Kongo. Aufgrund seiner Seltenheit gibt es laut der WHO für diese
Variante keinen zugelassenen Impfstoff und keine Therapie.
Allerdings hat die Bundibugyo-Variante nach Angaben des
US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere
Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Beim Zaire-Stamm liege diese
bei bis zu 90 Prozent.
Was bedeutet der internationale Gesundheitsnotstand der WHO?
Die hohe Alarmstufe löst Mechanismen wie eine weltweite Koordination
von Gegenmaßnahmen und internationale Ressourcenmobilisierung aus.
Die WHO stellt unter anderem rund 431.000 Euro für Sofortmaßnahmen
bereit. Sie beschreibt den Ausbruch als «außergewöhnliches Ereignis
»
und warnt, er könnte größer sein als bisher bekannt.
Zehn Nachbarländer des Kongo wurden bislang offiziell gewarnt. Dazu
gehören Uganda und Südsudan, die direkt an die kongolesische Provinz
Ituri angrenzen, von der der Ausbruch ausgeht. Es handle sich jedoch
um keinen Pandemie-Alarm, stellte die WHO klar. «Der Ausbruch erfüllt
nicht die Kriterien für einen Pandemie-Notfall, aber die
Nachbarländer tragen ein hohes Risiko der weiteren Ausbreitung,»
erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Müssen wir uns auch in Deutschland Sorgen machen?
Das Risiko für Deutschland und Europa ist Gesundheitsexperten zufolge
derzeit gering. Ebola überträgt sich ausschließlich durch direkten
Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Personen - eine unbemerkte
Ausbreitung in Europa wie bei Atemwegserkrankungen ist daher
unwahrscheinlich.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) habe der bislang größte
Ebolafieber-Ausbruch in Westafrika 2014/2015 gezeigt, dass das Risiko
einer Ausbreitung nach Deutschland selbst dann sehr gering sei, wenn
afrikanische Großstädte mit internationalen Flugverbindungen von
einem Ausbruch betroffen seien. Nur vereinzelt hätten damals
Infizierte die betroffenen Länder mit einem Flugzeug verlassen. Eine
weitere Verbreitung in Deutschland wäre auch deshalb
unwahrscheinlich, da Infektionsketten in Deutschland schneller
unterbrochen und Betroffene sicher versorgt werden könnten, wie das
RKI auf seiner Internetseite schreibt (Stand März 2025).
Trotzdem gibt es Faktoren, die eng beobachtet werden müssen. Ohne
verfügbaren Impfstoff ist die Eindämmung der Bundibugyo-Variante
erschwert. Der in Ugandas Hauptstadt Kampala verstorbene Patient war
laut Africa CDC mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Kongo
eingereist. «Der Fall zeigt, wie schnell das Virus Grenzen überqueren
kann», warnte Africa CDC Direktor Jean Kaseya.
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die betroffene Provinz Ituri
und umliegende Regionen. Von nicht notwendigen Reisen in die übrigen
Landesteile des Kongo einschließlich der Hauptstadt Kinshasa rät es
ab.
Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK
Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.
hkk: Günstigste Krankenkasse
In drei Minuten in die hkk wechseln: Nutzen Sie das Online-Beitrittsformular der hkk. Wechseln Sie schnell, sicher und bequem online.