2025: Drei Angriffe auf Bedienstete im Justizvollzug
Beschäftigte im Justizvollzug in Mecklenburg-Vorpommern sind zuletzt
wieder häufiger Opfer von Angriffen geworden. In einem weiteren
Bereich sah die jüngste Entwicklung ähnlich aus.
Schwerin (dpa/mv) - Die Zahl der Angriffe auf Bedienstete im
Justizvollzug Mecklenburg-Vorpommerns ist im vergangenen Jahr leicht
gestiegen. 2025 wurden drei Angriffe gezählt, einer mehr als noch ein
Jahr zuvor, wie das Justizministerium in Schwerin auf Anfrage der
Deutschen Presse-Agentur mitteilte. In diesem Jahr kam es bislang zu
einem Angriff.
«Unter tätlichen Angriffen von Gefangenen werden im Regelfall
vorsätzliche vollendete oder versuchte Körperverletzungen oder
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verstanden. Bedrohungen oder
Beleidigungen werden nicht als solche Angriffe erfasst», teilte ein
Sprecher mit. In den vergangenen Jahren blieben Angriffe dieser Art
Einzelfälle. Von 2020 bis 2023 waren es jährlich zwischen drei und
zehn Angriffen.
Strafanzeige gegen Gefangene
«Dank des Kriseninterventionsteams, aber auch mit Unterstützung der
Seelsorgerinnen und Seelsorger haben wir ein gutes System der
Aufarbeitung», sagte Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke).
Wegen der seltenen Zahl der Einzelfälle wird laut Ministerium keine
Statistik geführt, wie häufig Betroffene nach Angriffen nicht
dienstfähig sind. Verletzte Beschäftigte würden nach einem solchen
Vorfall einem Arzt vorgestellt. Unmittelbar nach dem Vorkommnis
würden gegen die Gefangenen oder Patienten regelmäßig besondere
Sicherungsmaßnahmen angeordnet. Zudem werde Strafanzeige gegen die
Gefangenen erstattet.
Im Justizvollzug arbeiten nach Ministeriumsangaben landesweit 680
Beschäftigte. In den vier Justizvollzugsanstalten im Nordosten in
Neustrelitz, Waldeck, Bützow und Stralsund sind derzeit knapp 1.000
Menschen untergebracht.
Auch Angriffe im Maßregelvollzug
Auch Beschäftigte im Maßregelvollzug werden bei der Arbeit in
seltenen Fällen angegriffen. In den Maßregelvollzug kommen
Straftäter, wenn ein Gericht diese als psychisch auffällig oder
suchtkrank einstuft. 2025 wurden laut zuständigem Sozialministerium
elf Angriffe auf Mitarbeitende registriert. Zwischen 2020 und 2024
lag die Zahl jeweils zwischen fünf und zehn.
In den Einrichtungen des Maßregelvollzugs des Landes sind derzeit den
Angaben zufolge rund 200 Patientinnen und Patienten untergebracht.
Knapp 440 Menschen arbeiten dort.
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