Kontaktperson von Kreuzfahrtschiff kommt in andere Klinik
Unter hohen Schutzmaßnahmen ist eine deutsche Kontaktperson vom
Kreuzfahrtschiff «Hondius» zur Untersuchung nach Düsseldorf gebracht
worden. Nun kommt sie in ein Krankenhaus nahe ihrem Wohnort.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Die in der Uniklinik Düsseldorf betreute
Kontaktperson vom Kreuzfahrtschiff «Hondius» ist unter
Schutzmaßnahmen in ein heimatnahes Krankenhaus verlegt worden. Dies
sei am Morgen mit einem infektiologisch sicheren Transport erfolgt,
sagte ein Sprecher. Auch dort würden Schutzmaßnahmen
aufrechterhalten. Angaben zur Person und zum Zielkrankenhaus machte
die Uniklinik nicht.
Die Person befindet sich nach aktuellen Angaben in Quarantäne, zeigt
aber nach wie vor keine klinischen Anzeichen einer Infektion. Auch
umfangreiche virologische Untersuchungen deuteten bisher nicht auf
eine Infektion hin, hieß es. Der Erreger konnte in den
Laboruntersuchungen nicht nachgewiesen werden. Da die Inkubationszeit
aber sehr variabel sei und das Auftreten von Symptomen mehrere Wochen
dauern könne, seien weitere Kontrollen und eine klinische Beobachtung
erforderlich.
Aus den Niederlanden nach Düsseldorf
Nach früheren Angaben niederländischer Behörden handelt es sich um
eine 65-jährige Passagierin, die neben zwei erkrankten
Crew-Mitgliedern ausgeflogen worden war. Die Kontaktperson ist die
erste Passagierin, die von dem Kreuzfahrtschiff unter hohen
Schutzmaßnahmen zurück nach Deutschland gebracht wurde. Sie kam am
späten Mittwochabend (6. Mai) mit einem speziellen Konvoi der
Feuerwehr aus den Niederlanden in Düsseldorf an.
Das Schiff war am Sonntag nach Teneriffa gekommen. Noch am selben Tag
starteten unter strengen Sicherheitsvorkehrungen erste Sonderflüge,
um Passagiere aus 23 Ländern in ihre Heimat zu bringen und eine
Ausbreitung des Virus zu verhindern. In der Nacht zum Montag sind
vier weitere in die Niederlande ausgeflogenen deutschen Passagiere in
der Universitätsmedizin Frankfurt angekommen.
Bisher starben drei Passagiere der «Hondius», bei denen eine
Infektion mit dem Hantavirus-Typ Andesvirus nachgewiesen wurde oder
vermutet wird. Experten schätzen das Risiko einer größeren
Ausbreitung des Virustyps in Europa als gering ein. Das Virus sei
nicht leicht übertragbar. Es sei unwahrscheinlich, dass es zu vielen
Infektionsfällen oder einem großflächigen Ausbruch in der Bevölkeru
ng
käme, hatte die EU-Gesundheitsbehörde ECDC berichtet.
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