Ministerium: Hantavirus-Kontaktperson geht es gut
Eine symptomfreie Hantavirus-Kontaktperson aus Baden-Württemberg wird
aktuell in Frankfurt untersucht. Im Laufe des Tages soll sie zur
Quarantäne nach Hause gebracht werden. Viele Fragen sind offen.
Stuttgart/Frankfurt (dpa) - Einer Kontaktperson aus Baden-Württemberg
von dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius geht es
nach offiziellen Angaben weiterhin gut. Es gebe bisher keine Hinweise
auf eine Infektion, sagte ein Sprecher des Sozial- und
Gesundheitsministeriums in Stuttgart.
Die Person ist als Teil eines Sonderisolierungstransports mit drei
weiteren deutschen Passagieren am späten Sonntagabend aus dem
niederländischen Eindhoven nach Deutschland gebracht worden. Die
Ankunft des Transports bestätigte ein Sprecher der Uniklinik
Frankfurt am Morgen. Dort sollen die vier Menschen auf
Krankheitssymptome untersucht werden.
Am Montag soll die Kontaktperson in Quarantäne kommen
Das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart hatte am Sonntag
mitgeteilt, die Kontaktperson aus Baden-Württemberg solle
anschließend in häusliche Quarantäne. Am Montag sei der
Weitertransport nach Baden-Württemberg geplant. Zur Identität der
betroffenen Person machte das Ministerium wegen des Schutzes der
Persönlichkeitsrechte keine Angaben.
So ist derzeit unklar, woher die Person kommt, welches Geschlecht sie
hat oder wie alt sie ist. Das Gesundheitsamt begleite die Maßnahme
eng, hieß es vom Ministerium. «Für die Bevölkerung in
Baden-Württemberg besteht nach aktueller Bewertung kein Anlass zu
besonderen Maßnahmen», betonte das Ministerium.
Tägliche Überprüfung der Symptome
Die Quarantäne sei vom zuständigen Gesundheitsamt im Regierungsbezirk
Stuttgart angeordnet worden und werde eng begleitet. Der
Gesundheitszustand werde während der Zeit regelmäßig überwacht - da
zu
gehöre ein tägliches Symptommonitoring. Bei Krankheitszeichen würden
sofort weitere medizinische Schritte eingeleitet.
Für den Transport von Eindhoven nach Frankfurt wurden Einsatzkräfte
der Feuerwehr Essen und der Feuerwehr Frankfurt angefordert. Sie
sollten die vier Passagiere am Militärflughafen im niederländischen
Eindhoven abholen. Nach der Untersuchung in Frankfurt geht es
anschließend zur Quarantäne in die jeweiligen Bundesländer.
Evakuierung unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen
Die vier deutschen Passagiere waren zuvor von dem Kreuzfahrtschiff
«Hondius» von der Kanareninsel Teneriffa in die Niederlande
ausgeflogen worden. Vor Beginn der Ausschiffung hatten Ärzte eine
epidemiologische Untersuchung an Bord durchgeführt. Dabei wurden bei
keinem der 140 bis 150 Passagiere und Crewmitglieder Symptome
festgestellt.
Nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es
sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei
dieser acht Personen starben: ein älteres Ehepaar aus den
Niederlanden und eine deutsche Frau. Die WHO vermutet, dass die
Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich
vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt haben könnte.
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