Hantavirus: London lässt Helfer mit Fallschirm abspringen
Die Insel Tristan da Cunha gilt als einer der entlegensten Orte der
Welt. Weil ein Passagier der «Hondius» dort Symptome zeigt, schickte
London nun Fallschirmspringer und medizinisches Material.
Edinburgh of the Seven Seas (dpa) - Wegen eines
Hantavirus-Verdachtsfalls hat die britische Regierung Helfer, die per
Fallschirm von einem Flugzeug absprangen, auf eine Insel im
Südatlantik gebracht. Zudem wurde medizinisches Material abgeworfen.
Die Insel Tristan da Cunha ist das entlegenste britische
Überseegebiet und kann gewöhnlich nur per Schiff erreicht werden. Sie
hat nur 221 Einwohner.
Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA hatte zuvor einen
Verdachtsfall auf Tristan da Cunha gemeldet. Nach Angaben des
Ministeriums handelt es sich um einen Passagier der «Hondius», der
auf der Insel lebt und dort von Bord gegangen sein soll.
Die Gruppe bestehe aus sechs Fallschirmjägern und zwei
Militärmedizinern, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.
Beinahe zeitgleich sei medizinisches Material abgeworfen worden. Es
handle sich um den ersten Einsatz dieser Art, so die Mitteilung.
Sauerstoffvorräte gingen zur Neige
Das eingesetzte Transportflugzeug vom Typ A400 habe dafür zunächst
6.788 Kilometer vom Militärflughafen RAF Brize Norton nahe Oxford bis
zur Insel Ascension zurückgelegt, die mitten im Atlantik liegt und
gemeinsam mit Tristan da Cunha und St. Helena ein britisches
Überseegebiet bildet. Danach sei es mehr als 3000 Kilometer weiter
gegangen nach Tristan da Cunha, das noch weiter südlich liegt. Ein
Flugzeug vom Typ Voyager habe die Maschine für einen Tankvorgang in
der Luft begleitet.
Die Wetterbedingungen auf Tristan da Cunha könnten außergewöhnlich
herausfordernd sein mit durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten von
mehr als 40 Kilometern pro Stunde, sagte Außenministerin Yvette
Cooper der Mitteilung zufolge.
Bei zwei weiteren britischen Passagieren der «Hondius» wurde eine
Infektion mit dem Hantavirus bereits bestätigt, sie werden in
Krankenhäusern in Südafrika und den Niederlanden behandelt. Die
weiteren Briten an Bord seien bislang symptomfrei und würden mit
Charterflügen nach Großbritannien gebracht, so die Mitteilung. Sie
werden demnach nach ihrer Ankunft 45 Tage lang isoliert. Die
«Hondius» hatte am Sonntagmorgen auf Teneriffa angelegt.
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