Curevac-Aus bedroht Jobs und Tübingen als Forschungsstandort

Hunderte Mitarbeiter von Curevac bangen um ihre Zukunft. Fachleute
warnen: Eine Schließung bedrohe nicht nur Jobs, sondern auch den
Forschungsstandort Tübingen und die Entwicklung der RNA-Technologie.

Tübingen/Mainz (dpa/lsw) - Nach der angekündigten Schließung von
Curevac-Standorten durch Biontech droht der Forschungsstandort in
Tübingen geschwächt zu werden. Der Geschäftsführer des
Forschungsverbunds Bioregio Stern, Klaus Eichenberg, fordert deshalb
mehr Unterstützung vom Land.

Im SWR brachte er Förderprogramme für neue Firmen und sogar ein
eigenes Exzellenzzentrum für mRNA-Technologie an der Universität
Tübingen ins Gespräch. Nach Angaben des Staatsministeriums arbeitet
inzwischen eine Taskforce gemeinsam mit Biontech an möglichen
Lösungen.

Die Region rund um Stuttgart, Tübingen und Reutlingen gilt eigentlich
als einer der wichtigsten Biotech-Standorte. Mehr als 70 Firmen aus
Biotechnologie und Pharma sitzen dort. Branchenvertreter warnen
deshalb vor einem Signal mit Folgen weit über Curevac hinaus.

Curevac-Gründer Hoerr: Fachwissen geht verloren

Besonders deutlich warnt Curevac-Gründer Ingmar Hoerr vor den Folgen.
Es drohe etwas, das viele unterschätzten: «ein massiver
Know-how-Verlust», sagte der 57-Jährige dem «Spiegel». «Die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Curevac sind hoch spezialisiert.
Für viele gibt es in Deutschland nicht einfach eine nahtlose
Anschlussoption. Wenn dieses über mehr als 20 Jahre aufgebaute Wissen
zerfällt, ist es weg - und man baut es nicht mal eben neu auf.»

Hoerr gilt als einer der Pioniere der mRNA-Forschung. Schon als
Doktorand stieß er eher zufällig auf das Potenzial der
RNA-Technologie. «Ich war der Funken», sagte er der dpa rückblickend.

Im Jahr 2000 gründete er Curevac in Tübingen.

Während der Corona-Pandemie lieferte sich das Unternehmen mit
Biontech ein Rennen um einen Impfstoff - mit bekanntem Ausgang:
Biontech hatte Erfolg, Curevac scheiterte. Danach ging es für das
Tübinger Unternehmen bergab. Nach hohen Verlusten konzentrierte sich
Curevac auf Forschung, Hunderte Stellen wurden gestrichen.

Biontech übernahm Curevac im Januar

Biontech übernahm Curevac im Januar vollständig. Die Mainzer wollten

sich mit dem Deal mehr Wissen für den Weg zu Therapien auf mRNA-Basis
gegen Krebs und andere Krankheiten ins Haus holen. Damals hieß es,
dass der Forschungs- und Entwicklungsstandort in Tübingen erhalten
bleiben soll. Wie seit Dienstag bekannt ist, will das
Biontech-Management nun aber mehrere Standorte schließen - darunter
auch Einrichtungen von Curevac.

Begründet werden die Pläne mit einer zu geringen Auslastung,
Überkapazitäten und Kostensenkungen. Ebenfalls geschlossen werden
sollen Produktionsstätten von Biontech in Idar-Oberstein, Marburg und
Singapur. Insgesamt könnten bis zu 1.860 Stellen von den Plänen
betroffen sein, hieß es. Allein bei Curevac sind rund 800 Jobs
bedroht - vor allem am Stammsitz in Tübingen.

Unterdessen wächst auch der Streit um die Zukunft der Standorte. Der
Betriebsrat wirft der Unternehmensführung von Biontech vor, bei der
Suche nach Investoren nicht ausreichend mitzuziehen. Bei den nächsten
Verhandlungen soll nun sogar Unternehmensgründer Ugur Sahin
persönlich dabei sein.

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