KBV: Milliarden-Sparpaket bedroht Millionen Arzttermine
Um den Anstieg der Krankenkassenbeiträge zu stoppen, hat die
Koalition Sparmaßnahmen auf den Weg gebracht. Gekürzt wird unter
anderem bei Arztpraxen. Die Mediziner warnen vor weniger Terminen.
Berlin (dpa) - Die Kassenärzte erwarten wegen der geplanten
Einsparungen im Gesundheitswesen im kommenden Jahr deutlich weniger
Behandlungen in den Arztpraxen. Nach Berechnungen der
Kassenärztlichen Vereinigungen wären durch die geplanten
Sparmaßnahmen rund 46 Millionen Behandlungsfälle nicht finanziert.
«Bild» hatte zuerst über ein entsprechendes Papier der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) berichtet.
Hausärzte und Allgemeinmediziner, die bisher im Schnitt 984
Patientinnen und Patienten pro Quartal behandelten, könnten demnach
nur noch 892 Fälle behandeln. Bei Kinderärzten würde die Zahl der
maximal versorgten Patienten rechnerisch von 1.189 auf 1.124 sinken.
Sparpaket soll Beitragsanstieg stoppen
Das Bundeskabinett hatte Ende April ein Sparpaket für das
Gesundheitswesen auf den Weg gebracht, das noch durch Bundestag und
Bundesrat muss. Es soll den stetigen Anstieg der
Krankenkassenbeiträge stoppen, mit dem die steigenden Kosten im
System immer wieder aufgefangen wurden. Die gesetzlichen
Krankenkassen sollen mit dem Paket 2027 um 16,3 Milliarden Euro
entlastet werden. Das ist etwas mehr als das erwartete Defizit von
15,3 Milliarden Euro.
Kürzungen und höhere Zahlungen
Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche -
aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente, höhere Beiträge für
Gutverdiener und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von
Ehepartnern. Bei Ärzten und Kliniken sollen Vergütungsanstiege
begrenzt werden. Bei Praxen sollen mehrere Extra-Zahlungen wegfallen.
KBV-Chef: «heckenschnittartiges Spargesetz»
KBV-Chef Andreas Gassen sagte «Bild»: «Vor uns liegt ein
heckenschnittartiges Spargesetz. Kommt es in der bisher vorliegenden
Form, werden die Kassenärztlichen Vereinigungen das ambulante
Leistungsangebot reduzieren müssen.» Schon heute würden viele
Untersuchungen und Behandlungen nicht bezahlt, heißt es in dem
Papier. Über 40 Millionen Termine erbrächten Fachärztinnen und
Fachärzte ohne Vergütung.
Die KBV hatte bereits nach dem Kabinettsbeschluss Ende April vor
spürbaren Konsequenzen mit weniger Terminen und Leistungen für
Patienten gewarnt. Ihren Angaben zufolge stehen durch die
Kürzungsmaßnahmen rund 2,7 Milliarden Euro weniger für die ambulante
Versorgung gesetzlich Versicherter
Patientinnen und Patienten zur Verfügung.
Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK
Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.
hkk: Günstigste Krankenkasse
In drei Minuten in die hkk wechseln: Nutzen Sie das Online-Beitrittsformular der hkk. Wechseln Sie schnell, sicher und bequem online.