Hantavirus: Schiff soll Sonntagmorgen in Teneriffa ankommen
Das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene Schiff hält Kurs auf
Teneriffa. Dort bereiten sich die Behörden auf die Ankunft vor.
Passagiere und Crew werden unter genauer Beobachtung stehen.
Genf (dpa) - Das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene
Kreuzfahrtschiff «Hondius» soll laut dem Betreiber voraussichtlich am
Sonntagmorgen im Hafen von Granadilla auf Teneriffa ankommen. Die
Planungen für die Ankunft, inklusive Untersuchungen und
Quarantäne-Prozeduren, würden von verschiedenen Organisationen
verantwortet, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie
niederländische und spanische Gesundheitsbehörden, teilte der
Veranstalter Oceanwide Expeditions am Freitagabend mit.
Der Betreiber erklärte, derzeit zeige niemand auf der «Hondius»
Symptome. Nach dem Anlegen in dem Hafen der spanischen Insel vor der
Westküste Afrikas lägen die medizinischen Schritte und die mögliche
Heimreise der Passagiere in der Hand der Behörden. Oceanwide
Expeditions sei dann nicht mehr involviert.
Das Schiff war am Mittwochabend von Kap Verde in Richtung der
Kanarischen Inseln aufgebrochen. Zu dem Zeitpunkt gab der Betreiber
für die Überfahrt eine voraussichtliche Dauer von drei bis vier Tagen
an. Ursprünglich hatte die «Hondius» ihre Reise Anfang April im Süd
en
Argentiniens begonnen.
Die WHO sprach in einem Update am späten Freitagabend von sechs
bestätigten Hantavirus-Fällen und zwei Verdachtsfällen. Drei dieser
acht Personen sind gestorben. Bei ihnen handelt es sich um ein
älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland.
Keine Entwarnung für Kontaktperson in Düsseldorf
In Deutschland wird in der Uniklinik Düsseldorf (UKD) eine
Passagierin untersucht, die neben zwei kranken Crew-Mitgliedern
ausgeflogen wurde. Wegen der langen Inkubationszeit könnten die Ärzte
erst nach acht Wochen Entwarnung geben, erklärte der
UKD-Bereichsleiter Tropenmedizin, Torsten Feldt. Man könne nur sagen,
dass die Kontaktperson derzeitig keine aktive Infektion habe.
Die WHO hat wiederholt betont, dass es sich bei dem
Hantavirus-Ausbruch um eine ernste Entwicklung handle, aber
keinesfalls um den Beginn einer Pandemie.
Hantaviren werden üblicherweise durch infizierte Nager wie Ratten
oder Mäuse übertragen. Bei dem aktuellen Ausbruch geht es um den
sogenannten Andes-Typ, bei dem eine Übertragung von Mensch zu Mensch
bereits in der Vergangenheit in Einzelfällen dokumentiert wurde.
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