Betriebsrat kämpft um Jobs und Standorte von Biontech
Kann ein Investor die fast 1.900 Arbeitsplätze retten? Die Gespräche
über eine Zukunft der Standorte laufen.
Mainz (dpa) - Der Betriebsrat des Impfstoffherstellers Biontech wirft
der Unternehmensführung mangelnde Kooperation bei der Suche nach
einem Investor für die von der Schließung bedrohten Standorte vor.
Bei einem Treffen sei vorgeschlagen worden, eine arbeitnehmernahe
Beratungsgesellschaft mit der Unterstützung bei der Suche nach
Investoren zu beauftragen, teilte der Konzernbetriebsrat mit. Das
hätten die Arbeitgebervertreter kategorisch abgelehnt.
Stattdessen sei ein Zeitplan für die Schließung der betroffenen
Standorte vorgelegt worden, der eine Übernahme nahezu unmöglich
machen würde. Der Betriebsrat kündigte an, Unternehmensgründer und
Vorstand Ugur Sahin zur nächsten Verhandlungsrunde über die Rettung
der Arbeitsplätze einzuladen. «Wir erwarten Fürsorge und
Verantwortung von unserem Vorstandsvorsitzenden statt Konfrontation
und Ignoranz.»
Fast 1.900 Arbeitsplätze betroffen
Das Management des Mainzer Unternehmens hatte vor wenigen Tagen
angekündigt, wegen einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und
Kosteneinsparungen mehrere Produktionsstandorte zu schließen.
Betroffen von den Plänen sind Werke in Idar-Oberstein, Marburg und
Singapur sowie Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac.
Insgesamt bis zu 1.860 Stellen können laut Unternehmen von den
Maßnahmen betroffen sein. Bei Curevac allein sind demnach rund 820
Jobs bedroht - größtenteils am Hauptsitz in Tübingen.
Die Betriebsräte der betroffenen Standorte hatten bereits kurz nach
der Bekanntgabe von inakzeptablen und verantwortungslosen Plänen des
Managements gesprochen. Die Arbeitnehmervertreter kündigten
entschiedenen Widerstand der Beschäftigten an. Die Betriebsräte
äußerten jedoch auch die Hoffnung, dass die angedrohte Stilllegung
der Werke durch den Verkauf an einen Investor verhindert werden
könnte.
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