Auch Curevac-Mitarbeiter in Wiesbaden fürchten Kündigungen

Hunderte Mitarbeiter von Curevac bangen um ihre Zukunft, nachdem
ihnen Aufhebungsverträge angeboten wurden. Der Betriebsrat wirft
Biontech einen schweren Vertrauensbruch vor.

Wiesbaden/Tübingen (dpa/lhe) - Rund 750 Mitarbeiter des von Biontech
übernommenen Unternehmens Curevac fürchten nach der angekündigten
Schließung der Standorte Wiesbaden und Tübingen um ihre Zukunft.
Ihnen sind nach Auskunft des Betriebsrats Aufhebungsverträge zum Ende
des Jahres angeboten worden. 

Betriebsbedingte Kündigungen drohen 

Alternativ drohten ein Sozialplan und betriebsbedingte Kündigungen,
sagte Heiko Klever. In Wiesbaden seien bei Curevac rund 50 Menschen
beschäftigt, der größere Rest in Tübingen. Wie viele Mitarbeiter di
e
Aufhebungsverträge annehmen werden, wusste Klever nicht. Dies sei
jedoch besser, als in den Sozialplan zu rutschen. 

Die Schließung bedeute den Wegfall aller Arbeitsplätze in Wiesbaden
und Tübingen. «Für die Beschäftigten, die diese Standorte über
Jahrzehnte aufgebaut haben und insbesondere während der Pandemie
einen wichtigen Beitrag geleistet haben, ist das ein massiver
Einschnitt», sagte Klever. In Wiesbaden sei ein Gebäude von Curevac
angemietet worden. 

Biontech schließt mehrere Standorte

Biontech hatte Curevac im Januar vollständig übernommen. Die Mainzer
wollten sich mit dem Deal mehr Wissen für den Weg zu Therapien auf
mRNA-Basis gegen Krebs und andere Krankheiten ins Haus holen. Damals
hieß es, dass der Forschungs- und Entwicklungsstandort in Tübingen
erhalten bleiben soll. Wie seit Dienstag bekannt ist, will das
Biontech-Management nun aber mehrere Standorte schließen - darunter
auch Einrichtungen von Curevac. 

Begründet werden die Pläne mit einer zu geringen Auslastung,
Überkapazitäten und Kostensenkungen. Ebenfalls geschlossen werden
sollen Produktionsstätten von Biontech in Idar-Oberstein, Marburg und
Singapur. Insgesamt könnten bis zu 1.860 Stellen von den Plänen
betroffen sein, hieß es.

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