Neuer Verdacht im Lahrer Cold Case? Ermittler haben Hoffnung
In den Lahrer Cold Case kommt Bewegung. Mehr als ein
Vierteljahrhundert nach dem Mord an einem Arzt sprechen die Ermittler
von einem Verdacht und gehen an die Öffentlichkeit.
Lahr (dpa/lsw) - Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem ungeklärten
Mord an einem Arzt aus einem Krankenhaus in Lahr (Ortenaukreis) gibt
es nach Angaben von Ermittlern einen Verdacht. Außerdem könne der
Ablauf des Verbrechens inzwischen besser nachgezeichnet werden,
teilte die Kriminalpolizei Offenburg mit.
In der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» sagte
Kriminaldirektor Steffen Siefert, zuletzt seien die männlichen
Mitarbeiter der Klinik ins Visier genommen worden. «Daraus hat sich
auch ein Verdacht ergeben», sagte er. «Es stehen bestimmte Personen
aus dem beruflichen Umfeld des Opfers im Fokus.» Um die Ermittlungen
nicht zu beeinträchtigen, könne er aber keine Details nennen.
Mord bleibt bislang ein Rätsel
Der 39 Jahre alte Narkosearzt war am 21. Januar 2000 tot in einem
Gebüsch aufgefunden worden - er war erwürgt worden. Er hatte kurz
zuvor das Lahrer Herzzentrum verlassen und wollte wohl zum Bahnhof.
Doch dort kam er nie an.
Der Mord blieb ein Rätsel, der Fall wurde schließlich zum «Cold
Case», zum «kalten Fall». Am Mittwochabend war er als einer von zwei
ungelösten Fällen aus Baden-Württemberg in der ZDF-Sendung
«Aktenzeichen XY... ungelöst» vorgestellt worden.
Polizei: «Täter und Opfer kannten sich»
Vor wenigen Tagen hatte die Kriminalpolizei mitgeteilt, es lägen
inzwischen neue Hinweise vor. «Es konnten DNA-Spuren extrahiert
werden, die möglicherweise vom Täter oder von dessen Umfeld stammen»,
sagte Siefert.
Nach seinen Angaben haben sich zudem im vergangenen Jahr mehrere
Zeugen gemeldet und Hinweise zu dem Fall gegeben. Darunter sei auch
«eine interessante Wahrnehmung» am mutmaßlichen Tatort, dem Lahrer
Bahnhof, gewesen. «So konnten wir uns ein Bild vom Tatgeschehen
machen und das Ermittlungsverfahren jetzt noch mal neu aufrollen.» So
seien sich die Ermittler inzwischen sicher, dass Täter und Opfer sich
bereits an der Herzklinik begegnet sind. «Die Zeitläufte lassen gar
keine andere Interpretation zu», sagte Siefert.
Außerdem gehe die Polizei nicht von einer von langer Hand geplanten
Tat aus. «Es handelte sich eher um einen Streit, der eskalierte»,
sagte Siebert in der ZDF-Sendung. Laut Polizei wurde eine Belohnung
von 3.000 Euro ausgesetzt.
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