«Cold Case»-Ermittler hoffen - Neue Spur und «Aktenzeichen XY»
Der Mord an einem Lahrer Arzt bleibt ein Rätsel - noch. Denn
DNA-Analysen und neue Hinweise könnten die Ermittlungen nach mehr als
26 Jahren voranbringen. Auch die ZDF-Sendung soll helfen.
Lahr/Rastatt (dpa/lsw) - Seit mehr als einem Vierteljahrhundert
tappen die Ermittler im Dunkeln. Jetzt machen sie sich neue
Hoffnungen, dem unbekannten Mörder eines Arztes aus Lahr
(Ortenaukreis) doch noch auf die Spur zu kommen. Es gebe
«vielversprechende neue Ermittlungsansätze», teilte die
Kriminalpolizei Offenburg mit. Der Fall müsse umfassend neu bewertet
werden. Der 39 Jahre alte Narkosearzt war am 21. Januar 2000 tot in
einem Gebüsch aufgefunden worden - er war erwürgt worden.
Der Mord blieb ein Rätsel, der Fall wurde schließlich zum «Cold
Case», zum «kalten Fall». Heute (20.35 Uhr) wird er als einer von
zwei ungelösten Fällen aus Baden-Württemberg in der ZDF-Sendung
«Aktenzeichen XY... ungelöst» vorgestellt.
Am Bahnhof kam er nie an
Der Narkosearzt hatte das Lahrer Herzzentrum verlassen und wollte
wohl zum Bahnhof. Doch dort kam er nie an. Wochenlang ermittelte die
Sonderkommission «Römer», es gab auch einen Verdächtigen.
Altkleider-Container wurden abgesucht, Mülltonnen an der Autobahn
überprüft und ein Teich abgepumpt auf der Suche nach der Geldbörse
und der Jacke des Opfers. Erfolglos.
Unklar blieb vor allem: Kannte der Arzt seinen Mörder? Wie gelangte
er so schnell von seiner Klinik an den Ort, an dem die Leiche
gefunden wurde? Und warum war er in ein Auto gestiegen und nicht in
den Zug?
Neue Hinweise und DNA-Analysen
Es lägen inzwischen neue Hinweise vor, teilte die Polizei mit: «In
diesem Zusammenhang steht insbesondere das berufliche Umfeld im Fokus
der Kriminalbeamten.» Zudem seien Spuren von damals mit
kriminaltechnischen Methoden von heute weiter untersucht worden.
«Derzeit laufen Analysen von DNA-Spuren, die einem möglichen Täter
oder dessen Umfeld zugeordnet werden könnten.»
Die Ermittler gehen nach neuen Zeugenhinweisen und einer erneuten
Prüfung der damaligen Erkenntnisse davon aus, dass sich Opfer und
Täter kannten. Bei einer Begegnung am Abend des Mordes sei es «zu
einer eskalierenden Auseinandersetzung» gekommen.
Belohnung ausgesetzt
Nun bauen die Ermittler auch darauf, dass sich weitere Zeugen
erinnern und melden. Auch vermeintlich unbedeutende Beobachtungen
könnten für die weiteren Ermittlungen wichtig sein, betonen sie. Laut
Polizei wurde eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt.
Weiterer Fall bei «Aktenzeichen XY»
Es ist nicht der einzige Fall, bei dem die Polizei aus Offenburg
heute auf das TV-Publikum setzt. Nach einem Raubüberfall auf einen
Taxifahrer vor fast genau drei Jahren haben die Ermittler zwar einen
dringend Tatverdächtigen, der Mann ist aber auf der Flucht.
Der 29-Jährige soll mit einem Komplizen am Bahnhof Rastatt in ein
Taxi gestiegen sein und den Fahrer nach kurzer Fahrt mit einem
Kampfmesser bedroht haben. Als dieser sich verteidigen wollte, wurde
er schwer an beiden Händen verletzt. Die Täter ergriffen die Flucht.
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