Mann zum Tottrinken motiviert? Vier Jugendliche vor Gericht
Die Jugendlichen sollen 2024 einen 27-Jährigen dazu gebracht haben,
so viel Alkohol zu trinken, dass er kurz darauf starb. Welche Strafe
ihnen im Falle einer Verurteilung droht.
Heidelberg/Eberbach (dpa/lsw) - Nachdem sie einen 27-Jährigen dazu
gebracht haben sollen, eine mutmaßlich tödliche Menge Alkohol zu
trinken, hat ein Verfahren gegen vier Jugendliche vor dem Landgericht
Heidelberg begonnen. Dies bestätigte eine Sprecherin des Gerichts.
Der Mann starb laut Anklage im Oktober 2024 drei Tage nach dem
Treffen mutmaßlich an den Folgen einer Alkoholvergiftung. Der Vorwurf
lautet demnach Körperverletzung mit Todesfolge.
Die zum Tatzeitpunkt 15 und 16 Jahre alten Angeklagten und das Opfer
kannten sich laut Gericht vor der Tat. Sie sollen sich in Eberbach
(Rhein-Neckar-Kreis) in der Wohnung eines der Angeklagten getroffen
haben. Dort sollen sie an dem Abend den 27-Jährigen dazu veranlasst
haben, erhebliche Mengen harten Alkohols zu trinken, wie eine
Gerichtssprecherin sagte. Angaben zu Art und Menge machte sie nicht.
Harter Alkohol sind hochprozentige alkoholische Getränke wie etwa
Wodka oder Whisky.
Lebensgefahr besteht laut ADAC ab drei Promille
Erst nachdem der Mann nach dem Alkoholkonsum mehrere Stunden ohne
Bewusstsein gewesen war, soll einer der Jugendlichen den Notruf
gewählt haben. Nach dem Eintreffen des Rettungswagens wurde der
27-Jährige in ein Krankenhaus gebracht, wo er drei Tage später starb.
Seine Blutalkoholkonzentration lag laut Gericht bei 4,03 Promille.
Laut ADAC besteht eine potenziell lebensbedrohliche Alkoholvergiftung
bereits ab etwa drei Promille.
Das Verfahren findet laut Gericht wegen des jugendlichen Alters der
Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Den heute 16-
und 17-Jährigen droht demnach im Falle einer Verurteilung eine
Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.
Für das Verfahren sind sechs weitere Verhandlungstage angesetzt. Die
Kammer hat 14 Zeugen und zwei Sachverständige - einen psychiatrischen
Sachverständigen und einen Rechtsmediziner - geladen. Ein Urteil
könnte am 8. Juni fallen.
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