«Cold Case»-Ermittler hoffen: Neue Spur und Aktenzeichen XY

Der Mord an einem Lahrer Arzt bleibt ein Rätsel - noch. Denn
DNA-Analysen und neue Hinweise könnten die Ermittlungen nach über 26
Jahren voranbringen. Auch Rudi Cernes «Aktenzeichen XY» soll helfen.

Lahr/Rastatt (dpa/lsw) - Mehr als ein Vierteljahrhundert tappen die
Ermittler im Dunkeln. Jetzt machen sie sich neue Hoffnungen, den
unbekannten Mörder eines Arztes aus Lahr (Ortenaukreis) doch noch auf
die Spur zu kommen. Es gebe «vielversprechende neue
Ermittlungsansätze», teilte die Kriminalpolizei Offenburg mit. Der
Fall müsse umfassend neu bewertet werden. Der 39 Jahre alte
Narkosearzt war am 21. Januar 2000 tot in einem Gebüsch aufgefunden
worden - er war erwürgt worden. 

Der Mord blieb ein ungelöstes Rätsel, der Fall wurde schließlich zum

«Cold Case», zum «kalten Fall». An diesem Mittwochabend (6. Mai, ab

20.15 Uhr) wird er als einer von zwei ungelösten Fällen aus
Baden-Württemberg in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY» vorgestellt.
 

Am Bahnhof kam er nie an 

Der Narkosearzt hatte das Lahrer Herzzentrum verlassen und wollte
wohl zum Bahnhof. Doch dort kam er nie an. Wochenlang ermittelte die
Sonderkommission «Römer», es gab auch einen Verdächtigen.
Altkleidercontainer wurden abgesucht, Mülltonnen an der Autobahn
überprüft und ein Teich abgepumpt auf der Suche nach der Geldbörse
und der Jacke des Opfers. Erfolglos.

Unklar blieb vor allem: Kannte der Arzt seinen Mörder? Wie gelangte
er so schnell von seiner Klinik an den Ort, an dem die Leiche
gefunden wurde? Und warum war er in ein Auto gestiegen und nicht in
den Zug?

Neue Hinweise und DNA-Analysen

Es lägen neue Hinweise zum getöteten Narkosearzt vor, teilte die
Polizei mit. «In diesem Zusammenhang steht insbesondere das
berufliche Umfeld im Fokus der Kriminalbeamten», hieß es weiter.

Zudem seien Spuren von damals mit kriminaltechnischen Methoden von
heute weiter untersucht worden. «Derzeit laufen Analysen von
DNA-Spuren, die einem möglichen Täter oder dessen Umfeld zugeordnet
werden könnten», teilte die Polizei mit. Die Ermittler gehen nach
neuen Zeugenhinweisen und einer erneuten Prüfung der damaligen
Erkenntnisse davon aus, dass sich Opfer und Täter kannten. Bei einer
Begegnung am Abend des Mordes sei es «zu einer eskalierenden
Auseinandersetzung» gekommen.

Belohnung ausgesetzt

Nun bauen die Ermittler auch darauf, dass sich weitere Zeugen
erinnern und melden. Auch vermeintlich unbedeutende Beobachtungen
könnten für die weiteren Ermittlungen wichtig sein, betonen sie. Laut
Polizei wurde eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt.

Weiterer Fall bei «Aktenzeichen XY»

Es ist nicht der einzige Fall, bei dem die Polizei aus Offenburg am
Mittwoch auf das TV-Publikum setzt. Nach einem Raubüberfall auf einen
Taxifahrer vor fast genau drei Jahren haben die Ermittler zwar einen
dringend Tatverdächtigen, der Mann ist aber auf der Flucht. 

Der 29-Jährige soll mit einem Komplizen am Bahnhof Rastatt in ein
Taxi gestiegen sein und den Fahrer nach kurzer Fahrt mit einem
Kampfmesser bedroht haben. Als dieser sich verteidigen wollte, wurde
er schwer an beiden Händen verletzt. Die Täter ergriffen die Flucht.

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