Umfrage: 67 Prozent empfinden Miteinander als schlecht

Eine Forsa-Umfrage zeigt: Zwei von drei Deutschen klagen über das
soziale Miteinander. Besonders Beleidigungen und Respektlosigkeit
werden häufig wahrgenommen.

Hamburg/Berlin (dpa) - Mehr als zwei Drittel der Deutschen bewerten
das soziale Miteinander in der Bundesrepublik als schlecht. Das zeigt
eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im
Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Demnach halten 67 Prozent
der Befragten den Zusammenhalt und das Zusammenleben in der
Gesellschaft als schlecht oder sehr schlecht ein - sechs
Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 

Aufgeschlüsselt schätzten 57 Prozent der Befragten den Zusammenhalt
und das Zusammenleben in der Gesellschaft auf «eher schlecht», zehn
Prozent sogar auf «sehr schlecht». Dabei schätzen den Angaben nach
18- bis 34-Jährige das soziale Miteinander in Deutschland etwas
positiver ein als ältere Erwachsene. So bewertet dieses nur die
Hälfte der Altersgruppe als «eher schlecht» und sechs Prozent als
«sehr schlecht». 

Befragte beklagen Zunahme von Respektlosigkeit

Nur drei Prozent der Bürger glauben, dass sich das soziale
Miteinander in den letzten drei Jahren verbessert hat. 19 Prozent
sehen keine wesentliche Veränderung. Eine große Mehrheit, 77 Prozent,
nimmt jedoch eine Verschlechterung wahr - ein Trend, der sich auch in
früheren Umfragen zeigte.

Laut DAK-Gesundheit bemerken die Menschen vor allem mehr
Beleidigungen und Respektlosigkeit (86 Prozent), Aggressivität (81
Prozent), Egoismus (79 Prozent) sowie Intoleranz und Ausgrenzung (76
Prozent). Besonders im öffentlichen Raum und in sozialen Netzwerken
falle die Verschlechterung auf.

Für die repräsentative Umfrage Anfang März wurden 1.029 Bürger
befragt. 98 Prozent glauben, dass ein besseres soziales Miteinander
die Gesundheit fördert. 58 Prozent engagierten sich bereits dafür -
etwa durch Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliche Arbeit oder indem sie
sich bewusst Zeit für andere nehmen.

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