Mensch stirbt durch Borna-Virus in Bayern
Infektionen mit dem Borna-Virus sind selten, enden aber oft tödlich.
Jetzt gibt es in Bayern einen weiteren Fall.
Mindelheim (dpa) - Erneut ist in Bayern ein Mensch an den Folgen
einer Infektion mit dem Borna-Virus gestorben. Die Infektion sei im
Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu nachgewiesen worden,
teilte das Landratsamt mit. Infektionen mit dem Virus, das vorwiegend
von der Feldspitzmaus übertragen werde, seien außerordentlich selten,
verliefen aber in der Regel lebensbedrohlich, hieß es weiter.
Das Gesundheitsamt sei mit der Klärung des Infektionswegs befasst und
stehe in Kontakt mit dem Landesamt für Gesundheit und
Lebensmittelsicherheit (LGL). Aktuell sei nicht bekannt, wo und wie
sich der Mensch infiziert habe.
Jährlich werden bundesweit weniger als zehn Infektions-Fälle
gemeldet, ein Großteil davon in Bayern.
Feldspitzmaus als Überträger
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor.
Experten gehen davon aus, dass die Übertragung durch den Kontakt mit
deren Ausscheidung erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter
anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu
erkranken.
Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen berührt
werden. Beim Entsorgen einer toten Maus oder ihrer Ausscheidungen
sowie bei Staub aufwirbelnden Arbeiten an Orten, an denen
Feldspitzmäuse leben - zum Beispiel beim Kehren im Schuppen - sollten
Gummihandschuhe, Schutzbrille und Feinstaubmaske getragen werden.
Danach sollte man duschen, die Kleidung waschen und kontaminierte
Fläche reinigen. Kadaver sollten in einer verschlossenen Plastiktüte
im Hausmüll entsorgt werden.
Feldspitzmäuse sind Insektenfresser. Sie sind scheu, nachtaktiv, sehr
selten und haben deutlich spitzere Gesichter als andere Mäuse.
Mehrere Todesfälle in Bayern
Im März wurde ein Infektions-Fall im Landkreis Erding gemeldet. Im
Herbst 2025 starb im Landkreis Tirschenreuth ein 57 Jahre alter
Mensch. Wenige Monate zuvor waren zwei Menschen aus dem
oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm an dem Borna-Virus
gestorben. Für die Häufung von zwei Borna-Fällen in der Gegend gab es
damals keine Erklärung.
Es gibt die Möglichkeit einer antiviralen sowie einer
immunsupprimierenden Therapie. Letztlich ist es laut Experten die
überschießende Immunreaktion, die die schweren und meist tödlichen
Symptome auslöst.
Der Erreger ist bei Tieren seit langem bekannt. Erst 2018 wurde
nachgewiesen, dass BoDV-1 auf den Menschen übertragbar ist und dabei
meist tödliche Gehirnentzündungen verursacht. Die Krankheit ist seit
2020 meldepflichtig.
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