Wadephul will Kooperation mit Marokko ausbauen

Der Bundesaußenminister reist nach dem Besuch bei den UN weiter nach
Marokko. In dem nordafrikanischen Land will er einen strategischen
Dialog führen. Es geht auch um Fluchtbewegungen.

Berlin (dpa) - Außenminister Johann Wadephul will die Zusammenarbeit
mit Marokko angesichts von geopolitischen Spannungen intensivieren.
Bereits jetzt sei das Land zweitgrößter Handelspartner Deutschlands
auf dem afrikanischen Kontinent, erklärte der CDU-Politiker vor einem
zweitägigen Besuch in der Hauptstadt Rabat. «Gerade bei unseren
Wirtschaftsbeziehungen gibt es noch großes weiteres
Wachstumspotenzial: mit Blick auf erneuerbare Energien, bei
kritischen Rohstoffen oder beim Thema Wasserstoff.» 

Marokkanische Fachkräfte seien zudem etwa im deutschen Gesundheits-
und Pflegewesen eine wertvolle Stütze, sagte Wadephul, der von einer
Wirtschaftsdelegation und Bundestagsabgeordneten begleitet wird.

«Als wichtige Brücke zwischen dem europäischen und dem afrikanischen

Kontinent ist Marokko für Deutschland ein Schlüsselpartner», erklär
te
der Außenminister mit Blick auf das 70. Jubiläum der bilateralen
Beziehungen in diesem Jahr. Beide Länder verbinde der Einsatz für die
regelbasierte internationale Ordnung mit den Vereinten Nationen im
Zentrum. Wadephul war erst am Morgen von einem Besuch der UN in New
York zurückgekehrt.

Wadephul: Krisen- und Fluchtursachen in Sahel-Region eindämmen 

Beim strategischen Dialog mit seinem Amtskollegen Nasser Bourita
steht nach Angaben von Wadephul eine große Breite internationaler
Fragen auf der Agenda. So habe sich Marokko bereiterklärt, an der
Umsetzung des 20-Punkte-Plans für den Gazastreifen und einer
internationalen Sicherheitstruppe mitzuwirken. Mit Marokko teile man
auch das Ziel einer Stabilisierung der Sahel-Region, um dort Krisen-
und Fluchtursachen einzudämmen.

Die EU-Mitgliedstaaten hatten Ende Februar einer Gesetzesänderung
zugestimmt, nach der Deutschland und andere EU-Staaten von Juni an
einfacher in als sicher geltende Drittstaaten abschieben können, zu
denen Schutzsuchende keinerlei Verbindung haben. Die EU hat die
nordafrikanischen Länder Marokko, Tunesien und Ägypten sowie das
Kosovo, Kolumbien und die südasiatischen Staaten Indien und
Bangladesch als sichere Herkunftsstaaten eingestuft.

Der strategische Dialog zwischen Deutschland und Marokko findet alle
zwei Jahre auf Ebene der Außenminister statt. Dabei werden bilaterale
wie internationale Themen angesprochen. Zuletzt war der marokkanische
Außenminister im Juni 2024 zum strategischen Dialog zu Gast in
Berlin.

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