Gefährliche Raupen an Bäumen - das rät eine Expertin
Winzige Brennhaare, große Wirkung: Der Eichenprozessionsspinner sorgt
für Hautreizungen - sogar ohne direkten Kontakt mit einem Tier. Eine
Expertin gibt Tipps.
Stuttgart (dpa/lsw) - Sie sind klein und unscheinbar - können den
Frühling aber unangenehm machen. Der Eichenprozessionsspinner ist ein
Nachtfalter, dessen Raupen vor allem an Eichen leben und sich in
langen Prozessionen - daher der Name - an den Ästen entlangbewegen.
Gefährlich sind sie für Mensch und Tier wegen ihrer Brennhaare, die
Hautreizungen oder im schlimmsten Fall allergische Schocks auslösen
können.
In diesem Jahr wieder stärkere Verbreitung
Im Südwesten breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr
voraussichtlich wieder stärker aus als in den vorigen Jahren, sagte
Lea Dieckmann von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt
Baden-Württemberg (FVA). Im gesamten Bundesland können die Raupen an
Bäumen vorkommen - besonders betroffen sei jedoch die Ostalb.
Die gefährliche Phase ist Dieckmann zufolge zwischen Mai und Juli.
Die Raupen schlüpfen etwa Mitte April und bilden zwei bis drei Wochen
danach die Brennhaare aus. Diese winzigen Haare können bei Menschen
zu Hautreizungen, Rötungen, Juckreiz und Quaddeln führen - selbst
dann, wenn man die Raupen gar nicht direkt berührt, da die Haare vom
Wind verteilt werden können. In seltenen Fällen sind allergische
Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock möglich.
Was tun bei Kontakt?
Wenn man auf die Raupen oder ein Nest trifft, rät Dieckmann: «Abstand
halten, nicht anfassen, und im Idealfall meldet man es der Stadt oder
der unteren Forstbehörde.» Wer mit den Brennhaaren in Berührung
gekommen ist, sollte die betroffenen Stellen sofort mit klarem Wasser
abspülen und kühlen - und möglichst nicht kratzen oder reiben.
Kleidung, die in Kontakt mit Brennhaaren gekommen ist, sollte bei 60
Grad gewaschen werden. Auch sollte man gründlich duschen und Haare
waschen.
Laut Dieckmann muss man nicht bei jeder Hautreizung zum Arzt. «Wenn
man gesundheitliche Beschwerden hat, die länger anhaltend sind,
sollte man zur Sicherheit die Hausärztin oder den Hausarzt
aufsuchen.» Auch Haustiere können betroffen sein. Vor allem an
unbehaarten Stellen und Schleimhäuten können sich Schwellungen und
Quaddeln bilden. Nach dem Raupenstadium verpuppen sich die Tiere und
werden zu Schmetterlingen - die ungefährlich sind.
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