Start der Tigermückensaison: Diese Brutorte übersehen viele
Die Asiatische Tigermücke kann das Chikungunya-Virus übertragen -
eine Infektion, die zu chronischen Gelenkschmerzen führen kann.
Wichtig ist, die Ausbreitung der Art zu stoppen.
Mannheim (dpa/lsw) - Schwarz-weiß gemustert und stechfreudiger als
heimische Arten: Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) breitet
sich weiter in Baden-Württemberg aus. Mittlerweile gebe es sie in 163
Kommunen, sagt eine Sprecherin der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur
Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs). In diesen Wochen schlüpfen die
ersten Tiere der Saison.
Problematisch ist die Asiatische Tigermücke vor allem, weil sie etwa
die Viren der Tropenkrankheiten Chikungunya und Denguefieber
übertragen kann. Um die weitere Verbreitung der Tigermücke
einzudämmen, ist es laut Kabs wichtig, Brutstätten zu vermeiden. Die
Tigermücke legt zur Vermehrung ihre Eier oberhalb von Wasserflächen
ab. Die Tiere sind grundsätzlich gern in der Nähe von Häusern
unterwegs, weil es da wärmer ist - und sich zahlreiche Brutstätten
bieten.
Welche Brutstätten gibt es am Haus?
Die Tiere brauchen laut Expertin Maylin Meincke vom
Gesundheitsministerium nur ein paar Zentimeter tiefes Wasser: etwa in
Regentonne, Vogeltränke, Blumentopfuntersetzer, verstopften
Regenrinnen, im hohlen Zaunpfahl, in Gießkanne, Sandspielzeug, Eimer
- letztlich überall, wo sich Wasser ansammeln kann.
Was lässt sich dagegen tun?
Entsprechende Gefäße sollte man laut Meincke am besten umdrehen,
sodass sie nicht mit Wasser volllaufen, etwa die Gießkanne oder den
Eimer. Spielsachen am besten wegräumen und nicht etwa das Förmchen im
Sandkasten liegen lassen. Alternativ können die Behältnisse auch alle
zwei, drei Tage geleert werden. Tigermückenlarven brauchen demnach
nur fünf bis sieben Tage, um sich zu entwickeln und zu schlüpfen.
Regentonnen sollten gut abgedichtet werden, etwa mit einem sehr
dichten Netz. Die Tigermücken sind nur zwei bis zehn Millimeter groß
und können auch durch kleinste Schlitze kriechen, wie Meincke
betont.
Und wenn sich Gefäße mit Wasser nicht vermeiden lassen?
Zahlreiche Städte wie Mannheim und Freiburg geben mittlerweile
BTI-Tabletten an Bürgerinnen und Bürger aus. Die Tabletten können in
bestehende Wasseransammlungen gegeben werden und zerstören so die
Brutstätten. Sie enthalten Proteinkristalle, die durch das natürlich
vorkommende Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis gewonnen
werden.
Diese Proteinkristalle wirken bereits in geringer Dosierung toxisch
auf Larven der Stechmücken und Kriebelmücken - und damit auch auf die
Tigermücke. Für Menschen, Haustiere, Vögel oder andere Tiere sind
BTI-Tabletten nach Angaben des Gesundheitsministeriums nicht
gesundheitsgefährdend.
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