Woidke: Viele Ostdeutsche auf gesetzliche Rente angewiesen

Kanzler Merz hat mit Äußerungen zur Altersvorsorge einige Unruhe
ausgelöst. Nun meldet sich Brandenburgs Regierungschef Woidke zu
Wort.

Potsdam (dpa) - Das von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vertretene
Konzept einer gesetzlichen Rente als «Basisabsicherung» stößt bei
Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke auf Widerspruch. «Ein
Großteil der Ostdeutschen hatte - trotz oftmals 45 und mehr
Berufsjahren - einfach nicht die Möglichkeit, sich andere Grundlagen
der Altersversorgung zu schaffen», erklärte der SPD-Politiker auf
Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Brandenburger Rentnerinnen und
Rentner seien durch diese besonderen Bedingungen überwiegend auf die
gesetzliche Rente angewiesen. 

«Diesem Umstand muss in der Debatte Rechnung getragen werden»,
forderte Woidke. «Denn am Ende des Arbeitslebens haben auch diese
Menschen ein Recht auf eine vernünftige Rente, welche auf Dauer ihren
Lebensstandard sichert. Alles andere wäre ungerecht.»

Rente nur als «Basisabsicherung»?

Kanzler Merz hatte am Montag beim Bundesverband deutscher Banken
gesagt: «Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls
noch die Basisabsicherung sein für das Alter.» Der CDU-Chef verwies
dabei auf die Notwendigkeit zusätzlicher Altersvorsorge. Seinen
Äußerungen stießen bei anderen Parteien auf viel Kritik, selbst in
der CDU wurde Widerspruch laut.

Das zeigt die Statistik 

Laut Staatskanzlei beziehen in Brandenburg mehr als 820.000 Menschen
eine Altersversorgung überwiegend aus der gesetzlichen Rente. Nach
Angaben des Amtes für Statistik von 2023 beträgt diese bei Männern
durchschnittlich 1.424 Euro monatlich, bei Frauen 1.231 Euro - bei
einem Erwerbsalter von überwiegend 45 Jahren. 

Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen stünden den
fraglichen Rentnerinnen und Rentnerinnen 1.253 Euro (Männer)
beziehungsweise 1.083 Euro (Frauen) ohne weitere Abzüge zur
Verfügung. Gleichzeitig hätten sie die gleichen Belastungen durch
steigende Preise zu verkraften wie alle anderen auch.

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