AOK: Rückgang bei Verordnungen gegen Kopfläuse

Kopfläuse sind lästig, aber ungefährlich - doch schnelles Handeln ist

wichtig. Was die AOK und das RKI für betroffene Familien empfehlen.

Kiel (dpa/lno) - Die AOK NordWest registriert einen Rückgang beim
Kopfläuse-Befall in Schleswig-Holstein. Die Krankenkasse zählte im
vergangenen Jahr Verordnungen von niedergelassenen Ärzten über 3.609
Packungen Anti-Läuse-Mittel. Das war ein Minus von 9,7 Prozent im
Vergleich zu 2024, wie die AOK mitteilte.

Kopfläuse werden den Angaben zufolge fast ausschließlich durch
direkten Kopfkontakt übertragen. Daher seien besonders Kita- und
Grundschulkinder betroffen, so AOK-Chef Tom Ackermann. Es bestehe
kein Grund zur Panik. «Dennoch sollten sie schnell behandelt werden,
um eine Ausbreitung zu vermeiden.»

Kopfläuse übertragen keine gefährlichen Krankheiten

Kopfläuse seien lästig, aber ungefährlich. Sie übertragen keine
gefährlichen Krankheiten. Es handelt sich um ein zwei bis drei
Millimeter großes Insekt, das im Kopfhaar des Menschen lebt und sich
von Blut ernährt. Der Parasit bringt beim Stich in die Kopfhaut
Speichel in die Wunde ein, der starken Juckreiz verursacht. Die
weiblichen Tiere heften kleine ovale Eier nahe der Kopfhaut an die
Haare. Sie benutzen dabei einen Klebstoff, der nicht wasserlöslich
ist - durch Haarewaschen seien die Eier daher nicht zu entfernen.

Schulklassen und Kindergärten sind besonders betroffen

Kopfläuse leben nach Angaben der AOK vor allem in Kinderhaaren. Da
sie weder springen noch fliegen können, müssen sie von einem Kopf auf
den anderen krabbeln. Eine Übertragung erfolge hauptsächlich, wenn
Kinder die Köpfe zusammenstecken. So seien besonders Schulklassen und
Kindergartengruppen betroffen. Denn Kinder haben dort den ganzen Tag
über engen Kontakt beim Spielen in der Gruppe oder auf dem
Pausenhof. 

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt den Angaben zufolge als
Therapie eine Kombination aus wiederholten Behandlungen mit
geeigneten abtötenden Mitteln und häufigem Auskämmen. In der Apotheke

gebe es verschiedene Produkte. Die gesetzlichen Krankenkassen
übernehmen die Kosten.

Hausmittel wirken nicht und können gefährlich sein

Die AOK rät vom Versuch ab, Läuse und Eier mit heißer Luft abzutöte
n,
da dies die Kopfhaut erheblich schädigen kann. Auch Hausmittel wie
Essigwasser seien ungeeignet. Als unterstützende Maßnahmen könnten
laut RKI Kämme, Haarbürsten, -spangen und -gummis in heißer
Seifenlauge gereinigt werden. Wäsche, Schlafanzüge, Bettwäsche und
Handtücher sollten gewechselt, Kopfbedeckungen, Schals und andere
Gegenstände, auf die Kopfläuse gelangt sein könnten, für drei Tage

luftdicht in einer Plastiktüte verpackt werden. 

Bei einem Läusebefall ist es wichtig, die Schule oder Kita sofort zu
informieren, wenn ein Kind betroffen ist.

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