Klöckner: In Pandemie zu wenig auf junge Menschen geschaut

Der Bundestag arbeitet die Corona-Pandemie auf. Dazu hört er sich
auch die Erfahrungen junger Menschen in jener Zeit an. Für
Bundestagspräsidentin Klöckner steht fest: Da lief einiges schief.

Berlin (dpa) - Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat Fehler im
Umgang mit jungen Menschen bei der Bewältigung der Corona-Pandemie
eingeräumt. «Viel zu oft wurden Kinder und Jugendliche übersehen»,

sagte die CDU-Politikerin in Berlin. «Wir haben damals sehr stark auf
die älteren Menschen, die vulnerablen Gruppen geschaut.»

Klöckner äußerte sich am Rande einer Veranstaltung der
Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie und der
Kinderkommission des Deutschen Bundestags. Diese hatten rund 150
junge Menschen eingeladen, über ihre Erfahrungen während der Pandemie
zu berichten. 

Für Kinder und Jugendliche galten seinerzeit dieselben Kontaktverbote
wie für Erwachsene. Kindergärten und Schulen blieben monatelang
geschlossen, um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern.
Unterricht fand nur online statt. «Wir haben es zu oft nicht
geschafft, für Kinder und Jugendliche Infektionsschutz und soziale
Teilhabe miteinander zu verbinden», sagte Klöckner nun.

Corona-Pandemie war für junge Menschen sehr tiefer Einschnitt

Drei Jahre Pandemie hätten alle Menschen als Ausnahmesituation
erlebt. Für Kinder und Jugendliche sei dies aber viel weitreichender
gewesen. «Was Erwachsene vielleicht als vorübergehende Einschränkung,

vielleicht sogar als Entschleunigung wahrgenommen haben, war für die
junge Generation ein sehr, sehr tiefer Einschnitt», sagte Klöckner. 


Viele Kinder und Jugendliche hätten die Zeit als Enge und Verlust von
Freiheit erlebt und unter der Pandemie gelitten. Diese habe Ängste
ausgelöst, Einsamkeit verstärkt und Vertrauen erschüttert. Die
politisch Verantwortlichen müssten nun aus den damals gemachten
Fehlern lernen, sagte die Bundestagspräsidentin.

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