Zeckensaison beginnt - schon jetzt zahlreiche Infektionen
Mit den ersten warmen Tagen steigt auch das Risiko durch Zecken.
Aktuelle Zahlen aus Sachsen-Anhalt zeigen eine deutliche Entwicklung.
Magdeburg (dpa/sa) - Zum Start der Zeckensaison sind in
Sachsen-Anhalt bereits zahlreiche Infektionen gemeldet worden. Wie
das Landesamt für Verbraucherschutz auf Anfrage mitteilte, wurden bis
zum 10. April 163 Borreliose-Fälle registriert. Fälle der
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wurden in diesem Jahr bislang
nicht gemeldet. Was Menschen im Land jetzt wissen sollten:
Deutlicher Anstieg bei Borreliose
Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt eine klare Entwicklung: Die
Zahl der Borreliose-Infektionen ist in Sachsen-Anhalt kontinuierlich
gestiegen. Wurden 2020 noch rund 500 Fälle gemeldet, waren es 2025
bereits mehr als 1.700. Auch die FSME-Zahlen haben zugenommen, wenn
auch auf deutlich niedrigerem Niveau.
Was die Krankheiten auslösen können
Borreliose kann sich zunächst durch grippeähnliche Beschwerden,
Müdigkeit und eine typische kreisförmige Rötung um die Einstichstelle
bemerkbar machen. Unbehandelt drohen Entzündungen der Gelenke, des
Herzmuskels oder des Nervensystems.
FSME verläuft oft zunächst ebenfalls mit grippeähnlichen Symptomen.
In schweren Fällen kann es jedoch zu Entzündungen von Gehirn und
Hirnhäuten kommen, die bleibende Schäden verursachen oder sogar
tödlich enden können.
Mehrere FSME-Risikogebiete im Land
Als FSME-Risikogebiete gelten derzeit der Landkreis Anhalt-Bitterfeld
sowie die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau. Zuletzt wurde auch die
Stadt Halle neu in die Liste aufgenommen. In diesen Regionen ist das
Risiko für eine Infektion erhöht.
Impfquote teils niedrig
Die Impfquote gegen FSME ist nach Einschätzung der Behörden weiterhin
ausbaufähig. Nach den jüngsten verfügbaren Daten lag sie in
Dessau-Roßlau bei rund 23 Prozent, im Landkreis Anhalt-Bitterfeld bei
etwa 17 Prozent. Für einen vollständigen Schutz sind mehrere
Impfungen sowie regelmäßige Auffrischungen nötig.
Behörden raten zur Impfung
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung insbesondere
für Menschen, die in Risikogebieten leben oder sich dort viel im
Freien aufhalten. Auch beruflich exponierte Personen sollten den
Impfschutz prüfen.
Borreliose und FSME werden durch Zecken übertragen. Während
Borreliose in der Regel mit Antibiotika behandelt werden kann, gibt
es gegen FSME keine ursächliche Therapie - hier schützt nur die
Impfung. Zudem raten Fachleute, beim Aufenthalt in der Natur auf
lange Kleidung, Insektenschutzmittel und das Absuchen des Körpers
nach Zecken zu achten.
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