Erpressung: Rattengift in Hipp-Babynahrung in Österreich

Lebensgefahr durch manipulierte Babynahrung? Hipp ruft in Österreich
Gläschen zurück. Was Eltern wissen müssen und was Deutschland damit
zu tun hat.

Wien (dpa) - In Österreich ist ein mit Rattengift verseuchtes
Gläschen Hipp-Babynahrung gefunden worden. Ein Kunde habe dies
entdeckt und abgegeben, «ein Verzehr hat nicht stattgefunden», teilte
die Polizei im Bundesland Burgenland am späten Samstagabend mit. 

Sie veröffentlichte eine «dringende Warnung an die Bevölkerung».
Verdächtige Gläschen sollten nicht geöffnet und der Polizei
ausgehändigt werden. Nach Angaben der österreichischen Agentur für
Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) handelt es sich um einen
Erpressungsversuch gegen den Babynahrungshersteller Hipp.

Hipp hatte sein Sortiment in den Sparsupermärkten in Österreich
bereits am Freitagabend zurückgerufen. Ein Hipp-Sprecher hatte von
einem «externen kriminellen Eingriff» gesprochen. «Der Verzehr eines

solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein», warnte das
Familienunternehmen. Es hat seine Ursprünge vor mehr als 120 Jahren
in Pfaffenhofen in Bayern. Sitz der Hipp Holding AG ist heute in
Sachseln im Schweizer Kanton Obwalden. 

Hinweis kam aus Deutschland 

Wie die österreichische Polizei mitteilte, kam ein Hinweis aus
Deutschland. Eventuell verunreinigte Gläser seien womöglich in
Eisenstadt in Umlauf, der Landeshauptstadt des Bundeslandes
Burgenland südöstlich von Wien. «Hintergrund sind laufende
Ermittlungen in Deutschland», teilte die Polizei mit. Das Rattengift
wurde dann am Nachmittag in einem Hipp-Glas «Karotten mit Kartoffeln»
190 Gramm nachgewiesen. Es war in der Ortschaft Schützen am Gebirge
(Bezirk Eisenstadt-Umgebung) aufgetaucht. 

Nach Angaben der Polizei können verdächtige Gläschen an einem weiße
n
Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden erkannt werden. Verdächtig
sei, wenn der Deckel beschädigt er bereits geöffnet sei. 

Nach Angaben von Ages können Wirkstoffe in Rattengiften zu einer
verminderten Gerinnungsfähigkeit des Blutes führen. Mögliche Folge
seien Zahnfleischbluten, Nasenbluten, blaue Flecken oder Blut im
Stuhl. Sollten Eltern solche Symptome bei ihren Kindern feststellen,
die Hipp-Nahrung gegessen hatten, sollten sie unbedingt eine Ärztin
oder einen Arzt aufsuchen.

Verdächtige Produkte in anderen Ländern? 

Verwirrung herrschte darüber, ob auch Produkte in anderen Ländern
betroffen sind. Ages sprach zunächst von zwei betroffenen
Supermärkten in Tschechien, nahm diese Angaben aber später wieder von
seiner Webseite und nannte nur noch eine betroffene Spar-Filiale in
Eisenstadt. Anschließend sprach die Polizei Burgenland aber davon,
dass auch in Tschechien und der Slowakei verdächtige Gläser
sichergestellt worden seien. «Erste Laboruntersuchungen ergaben bei
diesen Produkten einen giftigen Zusatzstoff», teilte sie mit.

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