Dinkçi über Krebsdiagnose bei Freundin: «Riesenschock»
Die Freundin von Eren Dinkçi muss eine schwere Diagnose verkraften.
Der Fußball-Profi erzählt, wie sie damit umgeht. Er hofft auf einen
Stammzellenspender.
Heidenheim (dpa) - Mit emotionalen Worten hat Bundesligaprofi Eren
Dinkçi nach der Krebserkrankung seiner Freundin Cinja vom Moment der
Diagnose berichtet. «Es war ein Riesenschock. Ich war der Erste, der
davon wusste. Mir wurde am Telefon schon gesagt, dass Leukämie
vermutet wird. Ich habe mich nicht getraut, es ihr direkt zu sagen»,
sagte der 24-Jährige im Interview der «Bild».
Dinkçi ergänzte: «Als es sich dann bestätigt hat, waren wir natür
lich
komplett schockiert. Das war ein Scheißtag. Ich habe auch gar nicht
mehr so viele Erinnerungen daran. Ich weiß nur noch, dass ich den
Trainer heulend angerufen habe, um ein paar Tage bei ihr bleiben zu
können und frei zu bekommen.»
Stammzellenspende oft die letzte Chance
Ärzte hatten bei der Partnerin des Spielers vom 1. FC Heidenheim Ende
Januar Blutkrebs festgestellt, Leukämie ist dabei die häufigste Form.
In Deutschland erhält alle zwölf Minuten ein Mensch diese Diagnose.
Für viele Betroffene ist eine Stammzellspende die letzte Chance auf
ein Überleben.
In der Familie wurde kein passender Spender gefunden. Deswegen rufen
Dinkçi, Heidenheim und der SC Freiburg gemeinsam mit der DKMS
(Deutsche Knochenmarkspenderdatei) zu kostenlosen
Registrierungsaktionen auf.
«Ich würde niemanden zwingen. Aber wenn es im eigenen Umfeld
passiert, würde jeder alles tun, um zu helfen. Es geht nicht nur um
meine Partnerin, sondern um so viele Menschen, die darauf warten»,
sagte Dinkçi. «Egal welche Blutgruppe - jeder sollte sich informieren
und registrieren. Wenn man sieht, wie viele Menschen betroffen sind,
merkt man, wie wichtig dieses Thema ist.»
Dinkçi: «Sie macht das wirklich richtig, richtig stark»
Der Offensivspieler sprach auch über den aktuellen Gesundheitszustand
seiner Partnerin. «Den Umständen entsprechend geht es ihr gut. Sie
ist relativ fit, sehr positiv - und gibt uns allen so viel Energie»,
sagte er. «Eigentlich müssten wir ihr die Energie geben, aber sie
macht das wirklich richtig, richtig stark. Sie ist aktuell zu Hause
mit ihrem Stiefvater und wird ambulant behandelt. Da ist immer jemand
da - wie ein Wechsel im Fußball: Einer geht, der nächste kommt.
Dieses Gefühl hilft uns enorm.»
Dinkçi bedankte sich zudem für viel Unterstützung. «Wie viele
Menschen sich gemeldet haben. Ich muss mich wirklich bei jedem
Einzelnen bedanken, der das geteilt hat», sagte er. «Und was mich
besonders berührt hat: wie viele aus der Fußballwelt sich gemeldet
haben - Spieler, mit denen ich zusammengespielt habe oder die ich
einfach kenne. Alle haben es weiterverbreitet. Dieses Geschäft wird
oft als hart beschrieben, aber in solchen Momenten merkt man: Die
Fußballfamilie hält zusammen.»
Dinkçi ist vom SC Freiburg noch bis zum Saisonende an Heidenheim
ausgeliehen. Vor dem Aufeinandertreffen der beiden Clubs am Sonntag
in Freiburg findet eine DKMS-Registrierungsaktion statt. In
Heidenheim folgt dann am 25. April vor dem Duell mit dem FC St. Pauli
noch eine weitere. Auch online ist eine Registrierung möglich.
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