30 Cannabis-Anbauvereinigungen in Rheinland-Pfalz
Ihre Zahl ist seit der Teillegalisierung 2024 nach und nach
gestiegen. Sie unterliegen strengen Auflagen. Ein Club in Rheinhessen
beobachtet einen Wandel bei Mitgliedern.
Mainz (dpa/lrs) - Zwei Jahre nach dem ersten Schritt einer
bundesweiten Teillegalisierung von Cannabis gibt es in
Rheinland-Pfalz 30 genehmigte und aktive Anbauvereinigungen. Das
teilte das dafür zuständige Landesamt für Soziales, Jugend und
Versorgung (LSJV) in Mainz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur
mit. Eine erteilte Erlaubnis sei wieder zurückgegeben worden.
Die Teillegalisierung von Cannabis war noch von der Ampel-Koalition
im Bund beschlossen worden. Zum 1. April 2024 wurden in einem ersten
Schritt der Besitz, der private Anbau und der Konsum bestimmter
Mengen Cannabis für Erwachsene erlaubt. Seit dem 1. Juli 2024 dürfen
genehmigte Cannabis-Clubs staatlich kontrolliert und unter strengen
Auflagen Cannabis anbauen und an ihre Mitglieder abgeben.
Zwei Genehmigungen wurden widerrufen
Anträge auf eine solche Genehmigung gingen beim LSJV in
Rheinland-Pfalz bisher insgesamt 52 ein. Zehn seien noch in
Bearbeitung, teilte die Behörde weiter mit. Vier Anträge seien
zurückgenommen und drei abgelehnt worden. In zwei Fällen sei eine
Erlaubnis widerrufen worden, zwei behördliche Vorgänge seien wegen
fehlender Zuständigkeit weitergereicht worden.
Laut Landesamt wird jeder Cannabis-Club vor der Erteilung einer
Erlaubnis besichtigt. Auch Proben des Cannabis würden genommen. Neben
sogenannten Regelprüfungen gibt es anlassbezogene Prüfungen, wenn
beispielsweise Hinweise auf Mängel nach dem Konsumcannabisgesetz
vorliegen.
Das Gesetz schreibt unter anderem vor, dass nur Menschen, die das 18.
Lebensjahr vollendet haben, Mitglieder einer Anbauvereinigung sein
dürfen. Die Zahl der Mitglieder ist auf höchstens 500 begrenzt. Der
Versand und die Lieferung von Stecklingen sind ihnen verboten.
Club aus Rheinhessen spricht von mehr Mitgliedern aus Region
Beanstandungen gab es der Behörde zufolge bislang etwa mit Blick auf
das Werbeverbot für solche Vereinigungen, mit Blick auf den
Gesundheits- und Jugendschutz sowie zu Maßnahmen der
Qualitätssicherung. Auch Bußgelder seien schon verhängt worden.
Eine der aktiven Anbauvereinigungen ist der «Cannabis Social Clubs
Rhoihesse» im rheinhessischen Wörrstadt. Deren Anbaurat Daniel
Ehrlich spricht von einem kontinuierlichen Mitgliederwachstum.
Entsprechend sollen die Produktionskapazitäten des Vereins ausgebaut
werden. Laut Ehrlich sind es derzeit 385 Mitglieder, zeitweise habe
es einen Aufnahmestopp gegeben.
Die Zusammensetzung der Mitglieder verändere sich insofern, als dass
es immer mehr Menschen aus der Region seien und weniger von weiter
weg. Die hätten inzwischen mit der steigenden Zahl an Clubs
Alternativen mit weniger weitem Anfahrtsweg, sagte Ehrlich.
Gleichzeitig brächten Mitglieder aus der näheren Umgebung mehr
Umsatz, weil sie häufiger vorbeikämen.
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