Terminbuchungen über E-Patientenakten geplant

Die allermeisten Versicherten haben auch eine E-Akte für ihre
Gesundheitsdaten. Doch viele nutzen sie nicht aktiv. Neue Funktionen
sollen das attraktiver machen - und kommen nun in Sicht.

Berlin (dpa) - Für Patientinnen und Patienten soll es nach Plänen des
Bundesgesundheitsministeriums bald einen zentralen digitalen Weg zu
Behandlungen und Terminen in den Praxen geben. Laufen soll das über
die Apps der elektronischen Patientenakten (ePA), wie ein
Gesetzentwurf des Ressorts vorsieht. Dort sollen die Krankenkassen
spätestens ab Februar 2028 Funktionen für einen «digitalen
Versorgungseinstieg» einrichten - etwa zum Buchen von Terminen und
mit einem Zugang zu einer standardisierten ersten Einschätzung von
Beschwerden, nach der man weiter gelotst werden kann.

«Versicherten sollen nutzerfreundliche, digitale Wege in die
ambulante Versorgung angeboten werden», heißt es in dem
Referentenentwurf, über den zuerst der «Politico Pro-Newsletter
Gesundheit» berichtete. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.
Geregelt werden soll damit unter anderem auch die generelle
Einführung von E-Überweisungen zu Weiterbehandlungen. Als Termin
hierfür wird September 2029 angestrebt. 

Rund 70 Millionen Versicherte haben eine ePA

Eine E-Akte haben rund 70 Millionen der 74 Millionen gesetzlich
Versicherten von ihrer Kasse angelegt bekommen, was man für sich auch
ablehnen kann. Kliniken und Praxen sind inzwischen verpflichtet,
Daten wie Befunde oder Laborwerte einzustellen. Dies soll auch
Doppeluntersuchungen und Arznei-Wechselwirkungen vermeiden. Bisher
nutzen Millionen Versicherte ihre ePA aber nicht aktiv, um eigene
Daten anzusehen oder sensible Inhalte zu sperren. 

Vorbereitet werden soll mit dem Digitalgesetz auch die von der
Koalition vorgesehene Einführung eines Systems, bei dem Patienten in
der Regel primär, also zuerst, in eine Hausarztpraxis gehen sollen.
Diese soll sie dann bei Bedarf - mit Termin in einem bestimmten
Zeitraum - an Fachärzte überweisen.

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