Taxi-Protest für bessere Bezahlung von Krankenfahrten

Ab diesem Monat drohen Taxifahrten zur Arztpraxis oder ins
Krankenhaus in MV wegzufallen. Grund dafür ist ein Streit über die
Vergütung. Dutzende Taxifahrer protestierten am Morgen in Schwerin.

Schwerin (dpa/mv) - Im andauernden Streit um die Kosten von
Krankenfahrten in Mecklenburg-Vorpommern haben Dutzende
Taxifahrerinnen und Taxifahrer in Schwerin protestiert. 155 Fahrzeuge
seien am Morgen durch die Stadt gefahren, wie eine Sprecherin der
Polizei sagte. Der rund einen Kilometer lange Autokorso sei hupend an
den Zentralen der Krankenkassen und am Schweriner Schloss
vorbeigefahren.

Hintergrund des Protests ist der Streit zwischen den Kassen und dem
Landesverband für das Taxi - und Mietwagengewerbe. Vergangene Woche
war bekanntgeworden, dass die Verhandlungen über die Vergütung von
Krankenfahrten mit dem Taxi nach monatelangen Gesprächen gescheitert
waren. Am Dienstag lehnte der Taxiverband laut den Kassen ein
erneutes Angebot ab.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) appellierte an die
Verhandler, die Gespräche wieder aufzunehmen. «Viele Menschen bei uns
im Land, darunter chronisch Kranke und stark Bewegungseingeschränkte,
sind auf verlässliche Krankentransporte zur Arztpraxis oder das
Krankenhaus angewiesen», sagte sie.

Kassen steuern Fahrten um

Ende März war die aktuelle Regelung ausgelaufen. Ab April drohen
viele Krankenfahrten daher wegzufallen. Laut den Kassen wurden viele
geplante Fahrten umgesteuert, insbesondere für Patientinnen und
Patienten, die zur Dialyse oder Chemotherapie mussten. Versicherte
sollten sich bei Problemen mit genehmigten Fahrten an ihre
Krankenkasse wenden. Taxiunternehmen könnten zunächst die zuletzt
gültigen Preise abrechnen.

Der Taxiverband fordert nach eigenen Angaben eine bessere Vergütung
für Krankenfahrten. Das Geschäft sei nicht mehr kostendeckend und
führe zu einem Unternehmenssterben und Rückzügen aus dem Geschäft.

Die Kassen argumentierten, dass sie mehrfach Angebote vorgelegt und
den Taxiunternehmen einheitliche Einzelverträge vorgeschlagen hätten.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen habe dieses Angebot auch
angenommen.

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