Wie es den Feldhasen geht - und was ihnen jetzt droht
Die Zahl der Feldhasen in Deutschland bleibt wie in den vergangenen
Jahren auf hohem Niveau. Doch Experten warnen: Ein neues Virus könnte
den Tieren gefährlich werden. Und nicht nur das.
Berlin/München (dpa) - Der Feldhasenbestand bleibt in Deutschland auf
hohem Niveau stabil - doch Experten sehen neue Risiken für die Tiere.
Im Frühjahr 2025 gab es hochgerechnet 19 Feldhasen pro
Quadratkilometer Feld und Wiese, wie der Deutsche Jagdverband (DJV)
mitteilte. Das seien ebenso viele wie bei den Frühjahrserhebungen der
beiden Jahre zuvor, aber über ein Viertel mehr als noch vor rund 20
Jahren. Auch in Bayern wird von einer stabilen Population ausgegangen
- eine aktuelle Zählung ist im Freistaat jedoch nicht bekannt.
Grundlage sind Auswertungen von Zählungen in mehr als 400
Referenzgebieten im Frühjahr des vergangenen Jahres, deren
Hasendichten dann aufs Bundesgebiet hochgerechnet wurden. Besonders
viele Tiere leben demnach im nordwestdeutschen Tiefland mit
durchschnittlich rund 30 Hasen pro Quadratkilometer. Was es darüber
hinaus über die hoppelnden Langohren zu erfahren gibt:
Wie ist die Entwicklung im Jahresverlauf?
Ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der Hasenbestände ist die
sogenannte Nettozuwachsrate. Dafür vergleichen unter anderem
Wissenschaftler des dem Bundesministerium für Landwirtschaft
unterstellten Thünen-Instituts die Bestände im Frühjahr und Herbst.
Im vergangenen Jahr lag der Zuwachs zwischen Frühjahr und Herbst
bundesweit bei rund sieben Prozent und damit auf ähnlichem Niveau wie
im Jahr zuvor. In einigen Regionen fiel er deutlich höher aus: Im
westdeutschen Mittelgebirge war er etwa doppelt so hoch wie im
Bundesdurchschnitt, im Nordwesten und Nordosten lag er bei rund zwölf
Prozent. Im Winter geht die Zahl der Hasen dann in der Regel wieder
zurück.
Die Deutsche Wildtier Stiftung verfügt nicht über bundesweite Zahlen.
Nach Angaben der Stiftung liegt die Feldhasendichte in ihrem
Referenzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern jedoch deutlich über den
durchschnittlichen Zahlen für das nordostdeutsche Tiefland. Das
zeige, was alles durch wildtierfreundliche Landnutzung mit Brachen
und hasenschonendem Mähen für den Feldhasen möglich sei.
Droht neue Gefahr durch ein Virus?
Sorgen bereitet dem Jagdverband und Wildtier Stiftung eine
vergleichsweise neue Krankheit: die Myxomatose. Sie wurde erstmals
2023 bei Feldhasen in Deutschland nachgewiesen und hat sich seitdem
auch in weitere Bundesländer ausgebreitet. Der Einfluss auf die
Gesamtpopulation lasse sich bislang nicht abschätzen, teilte der DJV
mit. Auch der bayerische Jagdverband warnt vor der Krankheit und
deren Übergreifen auf Feldhasen.
Bundesweit zeigten die aktuellen Daten bislang keine negativen
Effekte auf die Bestände. Untersuchungen aus Nordrhein-Westfalen
deuteten jedoch darauf hin, dass sich stark betroffene Populationen
bislang nicht erholt hätten. Weniger betroffene Bestände seien
hingegen stabil. Die Krankheit verläuft bei Feldhasen und Kaninchen
meist tödlich.
Welche Rolle spielen Wetter und Lebensraum?
Dass es den Hasenbeständen relativ gut geht, hängt auch mit den
Umweltbedingungen zusammen. Die Art profitierte demnach vom milden
und trockenen Winter 2024/25 sowie von einem ungewöhnlich trockenen
Frühjahr, schreibt der Jagdverband mit Verweis auf den Deutschen
Wetterdienst.
Der Feldhase gilt als ursprüngliches Steppentier und bevorzugt
offene, strukturreiche Landschaften. Wichtig sind etwa Brachen und
Blühstreifen, die Nahrung und Deckung bieten. Solche Lebensräume sind
laut Jagdverband jedoch seltener geworden: Im Vergleich zu den 1970er
Jahren stehe deutlich weniger geeignete Fläche zur Verfügung.
«Vor allem die intensive Landwirtschaft ist für den Feldhasen genau
wie für Rebhuhn und Kiebitz ein Problem», sagt Klaus Hackländer,
Wildtierbiologe und Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. Anders
als Kaninchen leben Feldhasen das ganze Jahr über oberirdisch.
Doch auf intensiv bewirtschafteten Flächen fehlten
Versteckmöglichkeiten, in denen Feldhasen Schutz vor Fressfeinden
finden, teilt die Stiftung mit. «Würde jeder Landwirt zumindest
sieben Prozent seiner Ackerfläche brach liegen lassen, wäre dem
Überlebenskünstler schon sehr geholfen», sagt Hackländer. Dazu seie
n
aber auch finanzielle Förderprogramme für die Landwirte nötig.
Warum reicht Lebensraum allein nicht?
Neben dem Lebensraum spielen laut Jagdverband auch andere Faktoren
eine Rolle für die Bestände. Dazu zählt etwa der Einfluss von
Fressfeinden wie Füchsen oder Waschbären.
Projekte in Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten gezeigt: Eine
Kombination aus verbessertem Lebensraum und Bejagung räuberischer
Arten könne positive Effekte haben. In den Gebieten habe sich die
Zahl der Feldhasen innerhalb von drei Jahren bis 2025 verdoppelt.
Gleichzeitig nahmen laut Verband auch andere Arten wie das Rebhuhn
zu.
Wie werden die Tiere gezählt?
Die Bestandszahlen basieren auf einem bundesweiten Monitoring. Dabei
zählen Jägerinnen und Jäger die Tiere nachts auf festgelegten
Strecken mit Scheinwerfern. Die Augen der Hasen reflektieren das
Licht charakteristisch, sodass sie sich von anderen Tieren
unterscheiden lassen. Wissenschaftler werten die Daten anschließend
aus und vergleichen sie zwischen Regionen und Zeiträumen.
BKK firmus: Auch 2026 günstigste Krankenkasse
In drei Minuten in die BKK firmus wechseln: Nutzen Sie das Online-Beitrittsformular der BKK firmus. Wechseln Sie schnell, sicher und bequem online.
Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK
Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.