Wal, Eisbär, Krake - diese Tierschicksale haben uns berührt Von Stephanie Lettgen, dpa

Die Geschichte des Buckelwals, der vor Timmendorfer Strand gestrandet
war, lässt die Menschen mitfiebern. Sie ruft Erinnerungen wach an
andere Tiere, die unsere Herzen berührten.

Hamburg (dpa) - Sie werden über Nacht zu Stars und die Nation fiebert
mit: Ob der Buckelwal vor Timmendorfer Strand, Eisbär Knut oder Krake
Paul - tierische Schicksale bewegen die Menschen. Jeder kleinste
Schritt wird über Wochen oder Monate verfolgt. 

«Tiergeschichten sind einfach - man muss nicht nach dem Warum fragen,
man hat eine grundlegende Sympathie, für die es keine weitere
Recherche braucht», erklärte der Philosoph Kai Denker kürzlich in
einem dpa-Gespräch. 

Süße Kulleraugen, schlaue Tricks oder Hilflosigkeit: Immer wieder gab
es in den vergangenen Jahrzehnten Tiere in Deutschland, die so eine
riesige Aufmerksamkeit auf sich zogen - bis der Hype plötzlich wieder
verebbte. Die Deutsche Presse-Agentur erinnert an einige tierische
Lieblinge:

EISBÄR KNUT: Der 2006 im Berliner Zoo geborene Eisbär Knut wurde als
knuddeliges Tierbaby zum Medienliebling. Nachdem er von der Mutter
verstoßen worden war, zog ihn ein Tierpfleger mit der Flasche auf.
Die Bilder, wie der tapsig-flauschige Mini-Knut bei seinem ersten
Auftritt 2007 die kleine Tatze wie zum Gruß hob, gingen um die Welt.
Mehr als elf Millionen Besucher sahen Knut beim Aufwachsen zu. 2011
starb er an den Folgen einer Gehirnentzündung.

KRAKE PAUL: Der schlaue Krake war das wohl bekannteste tierische
Orakel: Mit seinen punktgenauen Voraussagen wurde Paul aus dem
Aquarium Sea Life in Oberhausen weltberühmt. Er kam bei der
Fußball-EM 2008 und bei der Weltmeisterschaft 2010 zum Einsatz. Bei
der WM in Südafrika sagte er den Ausgang aller Spiele mit deutscher
Beteiligung sowie des Endspiels zwischen Spanien und den Niederlanden
richtig voraus. Als Paul kurz darauf starb, wurde sogar eine Urne in
Form eines Kraken angefertigt.

ALLIGATOR SAMMY: Ein entflohener Brillenkaiman machte 1994
international Schlagzeilen. Sein damaliger Besitzer machte mit Sammy
einen Ausflug an einen Baggersee bei Dormagen (NRW). Das Tier riss
sich von seiner Leine los und verschwand. Tagelang hielt seine Flucht
Polizei, Feuerwehr und Medien in Atem. Aus Angst vor dem 80
Zentimeter langen Reptil mit den messerscharfen Zähnen blieb der
Badesee tagelang gesperrt. Es gründete sich sogar ein Fanclub für das
ausgebüxte Tier. Nach fünf Tagen nahm Sammys Ausflug in die Freiheit
ein glückliches Ende: Ein Sporttaucher konnte ihn mit bloßen Händen
fangen.

BELUGA MOBY DICK: Zu einer wahren Berühmtheit wurde ein Beluga, der
vor 60 Jahren von vielen Menschen in Deutschland gesehen wurde: Das
etwa vier Meter lange Tier schwamm den Rhein hinauf bis nach Bonn und
bekam den Namen Moby Dick. Die Menschen standen in Scharen am
Flussufer, um den Besucher aus der Arktis zu sehen. «War ein schöner
Kerl, enorm groß», erinnerte sich ein Zeitzeuge in einem Interview.
Während der rund vier Wochen im Fluss verlor Moby-Dick sein
strahlendes Weiß, sah zunehmend scheckig und grau aus. Nach mehreren
Kehrtwendungen erreichte er wieder die Nordsee.

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