Psychiatrische Ambulanz am Drogenbrennpunkt Hauptbahnhof
Sucht, Obdachlosigkeit und psychische Erkrankungen - am
Drogenbrennpunkt rund um den Hauptbahnhof geht das oft einher. Eine
neue Einrichtung soll helfen.
Hamburg (dpa/lno) - Eine neue psychiatrische Schwerpunktambulanz soll
am sozialen und Drogenbrennpunkt rund um den Hauptbahnhof Erkrankten
helfen und das Viertel entlasten. Die Einrichtung im Münzviertel soll
ab April das bestehende Angebot für suchtkranke und obdachlose
Menschen ergänzen, sagte Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD)
bei Vorstellung der Räumlichkeiten in der Repsoldstraße 27.
Es gehe darum, drogenabhängigen und deshalb häufig auch obdachlosen
Menschen mit psychischen Erkrankungen ein niedrigschwelliges Angebot
zu machen. «Wir stabilisieren sie und führen sie Schritt für Schritt
zurück in Behandlung und Unterstützung», sagte sie. So könnten
verlässliche Perspektiven für die Betroffenen geschaffen werden. «Das
entlastet zugleich die Stadtteile rund um den Hauptbahnhof.»
Kranke Menschen sollen niedrigschwellig abgeholt werden
Man wolle Menschen in Behandlung bringen, bevor sie eine
krankheitsbedingte Gefährlichkeit entwickeln, sagte die Chefärztin
der Klinik für Forensische Psychiatrie in Ochsenzoll, Annete Claßen,
die die Einrichtung betreibt. «Wir setzen präventiv an der Schwelle
forensischer Entwicklungen an. Das bedeutet, wir holen die Menschen
niedrigschwellig dort ab, wo sie aktuell stehen - oft in instabilen,
brüchigen oder unterbrochenen Versorgungssituationen.»
Künftig sollen in der Ambulanz - die nur einen Steinwurf von der
Drogenhilfeeinrichtung Drop Inn entfernt liegt - zwei Psychiaterinnen
sowie zwei Psychologen gemeinsam mit einem pflegerischen Team für die
ambulante Versorgung von bis zu 80 Patienten zuständig sein. «Was wir
noch brauchen, ist eine Sozialdienstmitarbeiterin», sagte Claßen. Die
Stelle sei noch zu besetzen.
Stadt gibt 3,5 Millionen für Ambulanz und Übergangsplätze
Erst im September vergangenen Jahres waren in der Repsoldstraße 30
Übergangsplätze für suchtkranke und obdachlose Menschen geschaffen
worden. Zusammen mit der Ambulanz habe die Stadt dafür 3,5 Millionen
Euro bereitgestellt, sagte Schlotzhauer. Die Kosten für den Betrieb
der Ambulanz betragen demnach 800.000 Euro im Jahr.
Das städtische Sozialunternehmen F&W Fördern & Wohnen AöR hatte das
Gebäude in der Repsoldstraße 2024 erworben. «Hier kommen Drogenhilfe,
Obdachlosenhilfe und psychiatrische Unterstützung an einen Ort und
hier wirken sie auch zusammen», sagte Schlotzhauer.
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