Bielefelder Attentat: Rechtsmediziner bestätigt Lebensgefahr

Ein Rechtsmediziner bestätigt im Prozess: Die Opfer des mutmaßlich
islamistischen Angriffs in Bielefeld schwebten alle in Lebensgefahr.
Wie knapp sie dem Tod entkamen.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die vier bei dem mutmaßlich islamistischen
Messeranschlag von Bielefeld schwer verletzten Opfer haben sich alle
in Lebensgefahr befunden. Die Verletzungen seien jeweils potenziell
tödlich gewesen, sagte Rechtsmediziner Maximilian Hager aus Münster
als Sachverständiger im Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter am

Düsseldorfer Oberlandesgericht. 

Alle vier Opfer hätten schwerste Blutverluste erlitten. Es seien
erhebliche Mengen Blutkonserven nötig gewesen, um sie zu
stabilisieren. Ein Verletzter wäre gestorben, wenn ein Messerstich,
der eine Arterie verletzt habe, ein wenig tiefer gewesen wäre. 

Der Rechtsmediziner hatte auch den Angeklagten untersucht und bei ihm
Narben einer älteren Verletzung am Rumpf entdeckt. Der Angeklagte
hatte selbst angegeben, 2017 in Syrien bei einem Luftangriff verletzt
worden zu sein. Dies stimme mit dem Verletzungsbild durchaus überein,
sagte der Rechtsmediziner.

Der Angeklagte sei auf jeden Fall längere Zeit außer Gefecht gewesen.
Spuren schwerer Verletzungen am Kopf, die eine verminderte
Schuldfähigkeit begründen könnten, fand der Mediziner aber nicht.

Anklage wegen vierfachen versuchten Mordes

Die Bundesanwaltschaft hat den mutmaßlichen Attentäter Mahmoud M.
wegen vierfachen versuchten Mordes angeklagt. Sie hält den
36-Jährigen für einen IS-Terroristen und legt ihm einen Angriff auf
Feiernde vor einer Bielefelder Bar zur Last - die Attacke wird als
islamistisch motivierter Terroranschlag eingestuft.

Der Syrer hatte die Tat einem Psychiater gestanden. Für die Attacke
soll der 36-Jährige einen präparierten Gehstock verwendet haben, an
den ein Messer mit 18 Zentimeter langer Klinge geklebt war. 

Am frühen Morgen des 18. Mai 2025 soll er vor einer Bielefelder Bar
mit dem Ausruf «Allahu akbar» mehrere Menschen angegriffen haben.
Nach der Tat konnte der Mann flüchten. Der Verdächtige wurde einen
Tag später in Heiligenhaus bei Düsseldorf festgenommen.

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