Hausärzte kritisieren Impfstoff-Bestellfrist
Der Hausärzteverband Rheinland-Pfalz kritisiert die Bestellfrist für
Grippeimpfstoffe. Warum die Praxen Probleme bei der Kalkulation sehen
und was sie stattdessen fordern.
Mainz (dpa/lrs) - Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband
Rheinland-Pfalz wehrt sich gegen eine Forderung des
Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), wonach Hausärzte bis Ende des Monats
Grippeimpfstoffe bestellen sollen. Keine Praxis könne seriös
kalkulieren, wie viele Patienten in der nächsten Saison zur
Grippeimpfung in die Hausarztpraxen kommen, teilte der Verband mit.
Das PEI ist eine Bundesbehörde, die unter anderem für Impfstoffe
zuständig ist.
Für eine bedarfsgerechte Planung und vor dem Hintergrund der
mehrmonatigen Herstellung der Grippeimpfstoffe sei es entscheidend,
dass die Bestellungen der Ärztinnen und Apotheken bis Ende März
eingingen, hieß es vom PEI. «Diese organisatorische Begründung
widerspricht der Realität eines Praxisalltages in der neuen
Versorgungslandschaft in Deutschland», heißt es hingegen von der
Vorsitzenden des Hausärzteverbands Barbara Römer.
Hausärzte können Impfstoffbedarf nicht seriös kalkulieren
Es gebe inzwischen ein breites Angebot an Impfstellen, neben den
Hausärzten etwa die Apotheken oder Betriebsärzte. Für die Praxen sei
es daher nicht möglich seriös zu kalkulieren, wie viele Patienten
eine Impfung bei den Hausärzten beziehen wollten. Bundesweite
Datenbanken mit Informationen über mögliche Risikogruppen seien
verlässlicher für die Ermittlung des Impfstoffbedarfs. Ergänzend
könnten die bei den Kassenärztlichen Vereinigungen vorliegenden
Impfzahlen der gesetzlich Versicherten der vergangenen Quartale
helfen.
Für eine ausreichende Verfügbarkeit von Impfstoffen zu sorgen, sei
keine Aufgabe der Hausärzte. «Wir Ärztinnen und Ärzte sind dafür
verantwortlich, dass auf Freiwilligkeit beruhend möglichst viele
Impfstoffe in möglichst vielen Oberarmen landen», so Römer.
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