Bericht: Fehlender Wasserzugang trifft Frauen härter
Mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit haben keinen sicheren
Zugang zu Wasser. Frauen und Mädchen trifft das laut einem Bericht
besonders hart. Warum?
Paris (dpa) - Frauen und Mädchen leiden einem Bericht zufolge stärker
unter fehlendem sicherem Wasserzugang. Insgesamt 2,1 Milliarden
Menschen haben laut Vereinten Nationen keinen sicheren Zugang zu
Trinkwasser. Zumeist liege die Verantwortung, Wasser zu holen, dann
bei den Frauen, heißt es im Weltwasserentwicklungsbericht der UN. In
ländlichen Gegenden seien sie in 70 Prozent der Haushalte ohne
Anschluss fürs Wasserholen zuständig.
Das Wasserholen trifft Frauen und Mädchen dabei doppelt. Zum einen
setzt es sie physischer Belastung und dem Risiko, beim Wasserholen
sexuell belästigt zu werden, aus. Zum anderen nimmt es Zeit, die
sonst zum Lernen, Lohnarbeiten oder für Freizeit genutzt werden
könnte. Dem Bericht zufolge verbringen Frauen und Mädchen weltweit
zusammengerechnet 250 Millionen Stunden am Tag damit, Wasser zu
holen.
Auch unzureichende Sanitäranlagen treffen Mädchen und Frauen stärker.
Fehlen Wasser und Toiletten, bleiben Mädchen während ihrer Periode
oft zu Hause anstatt zur Schule zu gehen, heißt es in dem Bericht.
Demnach verpassten zwischen 2016 und 2022 mehr als zehn Millionen
Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren in 41 Ländern Schule, Arbeit
oder soziale Aktivitäten während ihrer Periode. Ein sicherer
Wasserzugang in oder bei schulischen Sanitäranlagen sei daher
wichtig, um Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen.
Die UN mahnt an, dass Frauen zwar häufiger Verantwortung für
Trinkwasser tragen, aber deutlich seltener als Männer an
Entscheidungen um Wasser beteiligt sind. Auch weil der Zugang zu
Wasser oft an Landrechte geknüpft sei und Männer häufig über mehr
Land verfügten, seien Frauen beim Wasserzugang teils allein schon
strukturell im Nachteil.
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