Bielefelder Attentat: Angeklagter auf IS-Listen
Der mutmaßliche Attentäter von Bielefeld steht laut Ermittlern auf
mehreren Listen der Terrormiliz Islamischer Staat. Demnach schwor er
vor elf Jahren dem IS-Kalifen die Treue.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Der mutmaßliche Attentäter von Bielefeld
taucht nach Angaben von BKA-Ermittlern auf mehreren Listen der
Terrormiliz Islamischer Staat auf. Er habe am 1. Mai 2015 den Treueid
auf den Anführer des IS abgelegt, wie aus einer Art Personalbogen
hervorgehe, berichteten die Ermittler des Bundeskriminalamts als
Zeugen im Prozess am Düsseldorfer Oberlandesgericht.
Der mutmaßliche Attentäter werde unter dem Kampfnamen Abu Ibrahim al
Khalil aufgeführt. Eine Reihe von Übereinstimmungen weise darauf hin,
dass es sich um den angeklagten Syrer Mahmoud M. handelt. Ihm seien
der Liste zufolge eine Kalaschnikow und zwei Sprengsätze ausgehändigt
worden.
Zudem sei dort vermerkt, dass er als Soldat bei einer technischen
Einheit des IS gearbeitet habe. Der 36-jährige Syrer taucht nach
Angaben der Zeugen zudem auf einer Verletztenliste und einer
Krankenhausliste des IS auf.
Den Ermittlern zufolge hatte der Angeklagte 2025 begonnen,
dschihadistische Inhalte auf Tiktok zu verbreiten und sich im Februar
2025 um eine freiwillige Ausreise bemüht. Den Bezug von Bürgergeld
habe er auslaufen lassen und keine Verlängerung beantragt.
Anklage wegen vierfachen versuchten Mordes
Die Bundesanwaltschaft hat den mutmaßlichen Attentäter Mahmoud M.
wegen vierfachen versuchten Mordes angeklagt. Sie hält den
36-Jährigen für einen IS-Terroristen und legt ihm einen Angriff auf
Feiernde vor einer Bielefelder Bar zur Last - die Attacke wird als
islamistisch motivierter Terroranschlag eingestuft.
Der Syrer hatte die Tat einem Psychiater gestanden. Vier Menschen
waren bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt worden. Für die
Attacke soll der 36-Jährige einen präparierten Gehstock verwendet
haben, an den ein Messer mit 18 Zentimeter langer Klinge geklebt
war.
Am frühen Morgen des 18. Mai 2025 soll er vor einer Bielefelder Bar
mit dem Ausruf «Allahu akbar» mehrere Menschen angegriffen haben.
Nach der Tat konnte der Angreifer flüchten. Der Verdächtige wurde
einen Tag später in Heiligenhaus bei Düsseldorf festgenommen.
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