Hebammen bekommen mehr Geld
Rund um die Geburt ist eine eingehende Betreuung durch Hebammen für
Frauen viel wert. Doch immer wieder warnten die Hebammen vor
Verschlechterungen bei der Versorgung. Nun gibt es Erleichterung.
Berlin (dpa) - Hebammen sollen besser bezahlt und zu weniger
Bürokratie verpflichtet werden. Mit einer Einigung auf zentrale
Details setzte eine Arbeitsgruppe von Berufsverbänden und dem
Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen den vorläufigen
Schlusspunkt hinter ein monatelanges Ringen. Die Hebammenverbände
hatten davor gewarnt, dass Gebärende in Deutschland andernfalls
künftig schlechter versorgt würden.
Unter anderem sollen Hebammen bei Geburten in Krankenhäusern anders
als bisher bestimmte Zuschläge für die 1:1-Betreuung von Gebärenden
auch dann bekommen, wenn die Frauen erst kurz davor erscheinen. Zudem
müssen sich Hebammen etwa künftig keine Unterschrift mehr besorgen,
die sie bisher zur Abrechnung telefonischer Beratung von Frauen zu
Hause gebraucht hatten, wie der Deutsche Hebammenverband und der
Kassenverband mitteilten. Die Verbesserungen sollen zum 1. April
greifen. Auch weitere Punkte sind enthalten.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) begrüßte den Schritt
als «eine gute Nachricht», die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner
als «tolles Ergebnis». Warken dankte in der «Rheinischen Post»
(Mittwoch) «allen Hebammen für ihren Einsatz an der Seite der Frauen,
Kinder und Familien».
Hebammen unzufrieden mit Vertrag
Ein aktueller Hebammenhilfevertrag besteht bereits, er wurde
vergangenes Jahr aber durch eine Schiedsstelle festgesetzt. Unter
anderem wegen ihrer Ansicht nach ungenügenden Regelungen etwa bei der
Bezahlung der Betreuung von Klinikgeburten warnte der Deutsche
Hebammenverband vor «geburtshilflicher Unterversorgung».
Nun will der Verband eine Klage gegen den Schiedsspruch zurücknehmen,
wie es hieß. Die Arbeitsgruppe von Kassen und Hebammen will die
Situation weiter im Auge behalten.
Mehr als 670.000 Neugeborene
Laut Hebammenverband werden in Deutschland bis 2030 zwischen 680.000
und 720.000 Geburten pro Jahr prognostiziert. Laut Statistischem
Bundesamt gab es nach jüngsten Zahlen 2024 insgesamt
677.117 Neugeborene. Die niedrigste Geburtenzahl seit 1946 wurde
2011 mit 663.000 Neugeborenen registriert. Die Zahl der Krankenhäuser
mit Entbindungsstationen hat sich nach neuen Angaben des
Statistikamts seit der Wiedervereinigung halbiert - mit 578 solcher
Kliniken 2024.
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