AOK Bayern: Krankenstand sinkt leicht - mehr Langzeit-Fälle

Weniger Atemwegserkrankungen, aber mehr Langzeit-Ausfälle: Vor allem
psychische Erkrankungen sorgen bei AOK-Versicherten in Bayern für
viele Fehltage.

München (dpa/lby) - In Bayern ist der Krankenstand von
AOK-versicherten Erwerbstätigen leicht zurückgegangen. Sie waren nach
Daten der Krankenkasse durchschnittlich 21,1 Tagen krankgeschrieben,
nach 21,6 Tagen vom Vorjahr, wie die AOK Bayern mitteilte. Das
entspreche einem Krankenstand von 5,8 Prozent der Tage im
Kalenderjahr (5,9 Prozent im Vorjahr). Das ergab eine Auswertung des
Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

Die meisten Krankschreibungen gab es wegen Atemwegserkrankungen vom
grippalen Infekt bis zur echten Grippe. Diese Infekte erfordern in
der Regel keine lange Krankschreibung. Sie machten nur 4,1
Krankheitstage aus - und damit sogar etwas weniger als im Jahr zuvor.
Das erklärt auch den leichten Rückgang des Krankenstands insgesamt. 


«Sorge bereitet uns jedoch der Anstieg der Langzeiterkrankungen mit
einer Dauer von über sechs Wochen, die laut unseren Auswertungen den
fortwährend hohen Krankenstand wesentlich mitverursachen», erläuterte

Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. Diese
Erkrankungen betrafen mit etwas über drei Prozent zwar einen geringen
Teil der Krankmeldungen insgesamt, machten aber wegen ihrer langen
Dauer mit rund 40 Prozent den höchsten Anteil der Fehltage aus. 

Psychische Erkrankungen weiter auf dem Vormarsch 

Größter Treiber für den Anstieg der Langzeiterkrankungen waren die
psychischen Erkrankungen. Die Zahl der Fehltage durch psychische
Erkrankungen von mehr als sechs Wochen stieg zwischen 2016 und 2025
um fast 50 Prozent. Im Vergleich zu anderen Diagnosen waren sie auch
mit den längsten Ausfallzeiten verbunden. 

Für noch mehr Fehlzeiten als psychischen Erkrankungen sorgten dennoch
wie in den Vorjahren weiter Muskel-Skelett-Erkrankungen. Sie machten
5,8 der 21,1 Fehltage aus, gefolgt von den 4,1 Tagen wegen
Atemwegsinfekten und 3,5 Tagen wegen psychischer Erkrankungen. 

Bayern im Bundesdurchschnitt seltener krank 

Im Bundesvergleich hatten die AOK-versicherten Beschäftigten in
Bayern zusammen mit Baden-Württemberg den zweitniedrigsten
Krankenstand hinter Berlin (5,6 Prozent). Dabei gab es ein
Nord-Süd-Gefälle: Oberfranken war Spitzenreiter mit einem
Krankenstand von 6,7 Prozent gegenüber Oberbayern mit dem niedrigsten
Wert von 5,1 Prozent. 

Die AOK-Statistiker erläuterten erneut, das in der Politik
diskutierte hohe Niveau der Fehlzeiten seit 2022 sei in erster Linie
durch einen statistischen Effekt infolge der Einführung der
elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erklären. Damit
würden insbesondere kurzzeitige Erkrankungen vollständiger erfasst.
Sämtliche Untersuchungen hätten keinen Zusammenhang zwischen
telefonischer Krankschreibung und hohem Krankenstand ergeben.

Die AOK ist mit 4,6 Millionen Versicherten in Bayern die größte
Krankenkasse im Freistaat. Der größte Teil der AOK-versicherten
Beschäftigten war 2025 in den Branchen Dienstleistungen,
verarbeitendes Gewerbe und Handel tätig.

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