AOK: Krankenstand in Baden-Württemberg leicht rückläufig

Im Schnitt ist der Krankenstand bei Versicherten der AOK
Baden-Württemberg vergangenes Jahr leicht gesunken. Die Ausfallzeiten
einer bestimmten Diagnosegruppe sind jedoch angestiegen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die krankheitsbedingten Fehlzeiten von
Beschäftigten, die bei der AOK Baden-Württemberg versichert sind,
sind 2025 leicht zurückgegangen. Einer Analyse des Wissenschaftlichen
Instituts der AOK (WIdO) zufolge lag der durchschnittliche
Krankenstand bei 21,1 Tagen pro Beschäftigtem - im Vorjahreszeitraum
waren es noch 21,7 Tage.

Der Rückgang sei kein Grund zur Entwarnung, hieß es vom
Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg, Johannes
Bauernfeind. «21 Krankheitstage pro Beschäftigtem und Jahr sind ein
klares Signal, dass wir Prävention und Gesundheitsförderung noch
stärker in den Fokus nehmen müssen.» Für den Rückgang nennt die
Analyse keinen expliziten Grund.

WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder zufolge sorgt für das seit
Jahren erhöhte Niveau insbesondere die Einführung der elektronischen
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) im Jahr 2022. Seitdem werden
Krankschreibungen, vor allem bei kurzen Erkrankungen, lückenloser
erfasst. Vorher hätten viele Versicherte ihre Papierbescheinigungen
schlicht nicht an die Krankenkasse übermittelt. 

Anstieg bei psychischen Leiden

Während Kurzzeiterkrankungen den Großteil der Krankschreibungen
ausmachten, dominierten Langzeiterkrankungen die eigentliche
Ausfallzeit. Obwohl nur rund drei Prozent aller Fälle länger als
sechs Wochen andauern, verursachen sie dem WIdO zufolge 39 Prozent
aller Ausfalltage.

Zum größten Treiber der Langzeitausfälle haben sich laut Analyse
psychische Erkrankungen entwickelt. In Baden-Württemberg seien 2025
durchschnittlich 2,28 Ausfalltage je Mitglied auf psychische Leiden
entfallen - gegenüber 1,65 Tagen im Jahr 2016. Das entspreche einem
Anstieg von rund 38 Prozent innerhalb von knapp zehn Jahren.

«Die zunehmenden psychischen Erkrankungen sind ein Spiegel unserer
Lebenssituation. Verdichtung, Unsicherheit und Dauererreichbarkeit -
im Beruflichen wie im Privaten - fordern ihren Tribut», so
Bauernfeind. Er plädierte dafür, betriebliche Gesundheitsförderung
als strategische Investition zu begreifen statt als Kostenfaktor. Die
AOK Baden-Württemberg versichert nach eigenen Angaben über 4,6
Millionen Menschen im Land.

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