So gehen Hessens Städte gegen Ratten vor
Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung, aber auch Giftköder solle
n
in hessischen Städten die Ausbreitung von Ratten verhindern. Was die
Städte tun, um die Populationen in Schach zu halten.
Idstein/Kassel/Limburg (dpa/lhe) - Wo Menschen sind, sind auch Ratten
- in der Nähe menschlicher Behausungen finden die Nager ein reiches
Nahrungsangebot, Unterschlupf und Schutz vor Fressfeinden. Auch weil
sie zahlreiche Krankheiten übertragen und sich rasch fortpflanzen
können, werden die Tiere in einigen Städten Hessens regelmäßig
bekämpft, um ihre Population einzudämmen.
Limburg legt Boxen mit Giftködern aus
In Limburg endet die jährlich im Frühjahr stattfindende
Rattenbekämpfung für diese Saison bereits an diesem Montag. Dafür
wurden im Uferbereich der Lahn Köder in verschlossenen Boxen
ausgelegt. Zweimal pro Jahr, im Frühling und Herbst, will die Stadt
mit dieser Maßnahme die Population der Tiere eindämmen. Das in den
Ködern enthaltene Gift hemmt die Blutgerinnung und die Ratten sterben
schließlich daran. Ein besonderes Ratten-Problem habe die Stadt
nicht, es handele sich einfach um eine regelmäßige Vorkehrung, sagte
eine Stadtsprecherin.
Da Ratten durch mangelnde Sauberkeit und Unrat angelockt würden,
werde in Limburg auch die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. An die
Bürgerinnen und Bürger appellierte die Stadt:
* Speisereste in geschlossene Müllbehälter zu entsorgen
* Abfall nicht außen zu lagern
* übervolle Mülltonnen zu vermeiden und diese Tonnen geschlossen zu
halten
* Tauben und Enten nicht zu füttern
* Gelbe Säcke möglichst erst kurz vor der Abholung rauszustellen
* Speisereste nicht über die Toilette zu entsorgen
* Auf Komposthaufen keine gekochten Essensreste, Fleisch, Fisch und
Milchprodukte zu entsorgen.
Auch Idstein startet jährliche Rattenbekämpfung
Auch Idstein im Rheingau-Taunus-Kreis geht gegen Ratten jedes Jahr im
Frühling und im Herbst mit Fraßködern vor, wie eine Stadtsprecherin
mitteilte. Die nächste Bekämpfungsaktion laufe vom 16. bis zum 29.
März. «Beködert wird die öffentliche Kanalisation sowie Bachläufe
»,
ergänzte die Sprecherin.
«In der öffentlichen Kanalisation ist derzeit kein spezifischer
Schwerpunkt hinsichtlich einer erhöhten Rattenproblematik
festzustellen», erklärte sie. In Idstein würden kontinuierlich
Maßnahmen ergriffen, «um die Rattenpopulation auf einem
kontrollierten Niveau zu halten».
Keine steigende Rattenpopulation in Kassel
Auch in Kassel gibt es nach Angaben der Stadt keine Hinweise auf eine
steigende Rattenpopulation. Aufgrund von bundesweiten
Erfahrungsaustauschen habe der Eigenbetrieb Kasselwasser die
Erkenntnis, dass es in der nordhessischen Stadt vergleichsweise
wenige Rattenproblemfälle in der Kanalisation gebe. «Entsprechend ist
der spezifische Aufwand zur Schadnagerbekämpfung im Vergleich mit
anderen Städten seit Jahren sehr gering.»
Regelmäßige, flächendeckende Bekämpfungsmaßnahmen wie in Limburg
fänden in Kassel nicht statt. Stattdessen führt Kasselwasser dem
Sprecher zufolge in der Kanalisation anlassbezogene
Bekämpfungsmaßnahmen mit Fraßködern durch. Zudem setzt der
Eigenbetrieb auf Prävention, etwa mit der Kampagne «Müll statt
Menü!». Ziel der Kampagne, die unter anderem mit Plakataktionen gegen
das Entsorgen von Speiseresten in der Toilette sensibilisiert: den
Nagern die Nahrungsgrundlage entziehen.
Punktuelle Maßnahmen in Rüsselsheim
Aus Rüsselsheim hieß es, die Rattenbekämpfung in der Kanalisation
werde «anlassbezogen und punktuell durchgeführt». Es gebe keine
grundsätzliche Bekämpfung über das gesamte Stadtgebiet.
So auch in Frankfurt: Größere Aktionen zur Rattenbekämpfung gibt es
nicht, wie das Ordnungsamt mitteilte. Die Stadt werde maximal im
kleinen Rahmen, beispielsweise bei Privatgebäuden, tätig. Melden kann
man sich beim Ordnungsamt, wenn man Ratten an öffentlichen Orten
entdeckt. Ist dies in Grünanlagen der Fall, ist das Grünflächenamt
zuständig.
Wenn man in einem Haus lebe, in dem die Ratten zur Plage würden,
solle man sich an den Eigentümer wenden, erklärte die Stadt. Dieser
könne entscheiden, ob er selbst entsprechende Fertigpräparate auslege
oder eine Fachfirma beauftrage.
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