Krankenkassen: Mehr gegen steigende Arzneimittelpreise tun
Was tun gegen hohe Gesundheitskosten in Deutschland? Die gesetzlichen
Krankenversicherungen nehmen vor allem einen Bereich in den Blick.
Berlin (dpa) - Die Krankenkassen haben die Politik aufgefordert,
stärker gegen steigende Arzneimittelpreise vorzugehen. «Die
Arzneimittelpreise bei uns sind schon die höchsten hinter denen der
USA. Wenn es darum geht, daran etwas zu ändern, war die Politik
bislang zu zaghaft», sagte der Chef des Spitzenverbands der
gesetzlichen Krankenversicherungen, Oliver Blatt, der «Neuen
Osnabrücker Zeitung».
Auf die Frage, ob ein Drücken der Preise möglich sei, ohne die
Hersteller ins Ausland zu vertreiben, sagte Blatt: «Ein klares Ja! Es
ist Quatsch zu behaupten, dass hohe Preise dafür sorgen würden, dass
mehr in Deutschland produziert wird.» Schon heute ließen deutsche
Konzerne in China oder Indien produzieren. Noch höhere Preise führten
nicht zu einer besseren Versorgungslage.
Für Arzneimittel hätten die Kassen im vergangenen Jahr 58,5
Milliarden Euro ausgegeben - mehr als für die ambulante ärztliche
Versorgung, sagte Blatt. «Das ist inzwischen nach den Krankenhäusern
der zweitgrößte Kostenblock. Die Ausgaben für neue Medikamente haben
sich in zwölf Jahren verdoppelt», beschrieb er die Entwicklung.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat eine
Expertenkommission eingesetzt, die schon bis Ende März Vorschläge zu
Einsparungen bei der Gesundheitsversorgung vorlegen soll.
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