.) Botox und Co. - Minimalinvasive Eingriffe immer gefragter
Instagram-Look vom Profi? Minimalinvasive Beauty-Eingriffe nehmen zu.
Kritisch beurteilen Schönheitschirurgen nicht das junge Alter vieler
Patienten, sondern etwas anders.
Berlin (dpa) - Immer mehr Menschen lassen minimalinvasive Eingriffe
beim Schönheitschirurgen durchführen. Zu minimalinvasiven Eingriffen
gehören zum Beispiel Behandlungen mit Botox oder Hyaluronsäure, bei
denen Falten aufgepolstert oder Lippen aufgespritzt werden. Eine
Operation ist in diesen Fällen nicht notwendig. Für das Jahr 2025
melden Ärztinnen und Ärzte rund 16 Prozent mehr solcher Eingriffe als
im Jahr 2024. Das geht aus einer Mitgliederbefragung der Vereinigung
der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) unter 100
Ärztinnen und Ärzten hervor.
«Das ist tatsächlich ein Trend», sagte VDÄPC-Präsident Alexander
Schönborn auf einer Pressekonferenz anlässlich der VDÄPC-Jahrestagung
in Berlin. Minimalinvasive Eingriffe machten inzwischen rund 63
Prozent aller Eingriffe aus, wie die Mitglieder berichteten.
Vor allem bei jüngeren Menschen gefragt
Vor allem bei jüngeren Menschen zwischen 18 und 30 Jahren gebe es
eine Tendenz zu diesen Eingriffen, sagte die Präsidentin der
Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC),
Michaela Montanari. «Ich glaube, ein ganz großer Grund sind da auch
(...) die sozialen Medien, die Beautyketten, die gezielt auch diese
Altersgruppe, dieses Klientel, einfangen.»
Lippen aufspritzen im Trend
Schönborn bestätigte auf Nachfrage den Eindruck, dass immer mehr
junge Frauen sich die Lippen aufspritzen ließen. Die Rolle von
plastischen Chirurgen sei es, verantwortungsvoll mit der Nachfrage
umzugehen und Patientinnen und Patienten gut zu beraten. Für
besorgniserregend halte er diesen Trend nicht.
Kritisch sehen die Experten allerdings, dass Botox und Co. zum Teil
von Kosmetikerinnen oder Heilpraktikern angeboten würden, die dafür
nicht qualifiziert seien oder junge Frauen sich Botox im Internet
bestellten und selbst spritzten.
Warum manchen Behandlungen abgelehnt werden
Unter den Top 10 der häufigsten Eingriffe belegte Botox laut der
Mitgliederbefragung im Jahr 2025 den ersten Platz. An zweiter Stelle
stand Hyaluron gefolgt von Blepharoplastik (Augenlidstraffung),
Fettabsaugung und Brustvergrößerung. Insgesamt ließen deutlich mehr
Frauen (rund 90 Prozent) als Männer (rund 10 Prozent) etwas machen.
Gut ein Drittel der Ärzte lehnte eine Behandlung bei 6 und 10 Prozent
der Patientinnen und Patienten ab. Hauptgrund seien Erwartungen, die
nicht erfüllt werden könnten, sagte Schönborn.
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