Warken will Long-Covid-Betreuung für Jugendliche ausweiten

Long-Covid trifft junge Patienten besonders hart. Ein breiteres
Versorgungsnetz soll Familien entlasten und die Behandlung
verbessern.

Dresden (dpa/sn) - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will
für die Betreuung für Kinder und Jugendliche mit Long-Covid und
ähnlichen Erkrankungen ein breites Netz schaffen. In Deutschland gebe
es etwa 1,5 Millionen davon betroffene Menschen, sagte sie bei einem
Besuch des Universitätsklinikums Dresden. «Das ist für die Familien,

für die Betroffenen sehr, sehr schwierig, besonders wenn Kinder und
Jugendliche betroffen sind.»

Bundesweites Projekt will Behandlung verbessern

Das Dresdner Universitätsklinikum beteiligt sich an dem bundesweiten
Projekt «PEDNET-LC», einem Zusammenschluss aus 65 Kliniken und
Forschungsinstituten, das sich auf die Verbesserung der Diagnostik
und Behandlungsansätze für Kinder und Jugendliche mit Long-Covid und
ähnlichen Erkrankungen konzentriert.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen 20 interdisziplinäre
Versorgungszentren, eines davon in Dresden. Seit Anfang 2025 betreuen
dort Teams aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen und Pflegekräften

die jungen Patienten, die zum Großteil zwischen 12 und 18 Jahren alt
sind. Auch Betroffene mit Beschwerden nach Impfungen oder mit ME/CFS,
unabhängig vom Auslöser, werden behandelt. 

Warken sieht «Hausaufgaben»

Mit dem Ansatz, Familien, Kinder und Jugendliche nicht nur
medizinisch, sondern auch in ihrem konkreten Lebensumfeld zu
unterstützen, müsse man ein breites Netz spannen, das bestenfalls
auch niedergelassene Ärzte erreiche, sagte Warken. «Da gibt es
sicherlich noch Hausaufgaben.» Man müsse mehr in die Fläche kommen,
weitere Möglichkeiten zur Nutzung vorhandener Medikamente außerhalb
des zugelassenen Anwendungsgebiets schaffen und die Forschung weiter
vorantreiben.

Flächendeckende Versorgung in Sachsen beschlossen

In Sachsen habe man gerade eine flächendeckende Versorgung sowohl für
die rund 300 betroffenen Kinder und Jugendliche als auch für
erwachsene Patienten beschlossen, ergänzte Sachsens
Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Man wolle damit die
Bedingungen für einen besseren Gesundheitszustand oder sogar eine
Genesung schaffen. Dabei geht es laut Köpping etwa um die Beschulung
der Kinder, Besuchsmöglichkeiten und therapeutische Angebote vor
Ort. 

Das Bundesgesundheitsministerium fördert das Projekt bis Ende 2028
mit rund 41 Millionen Euro. Für den Standort Dresden als
stellvertretender Projektleitung und Koordinationsstelle der
Versorgungszentren sind rund 5,6 Millionen Euro vorgesehen. Neben dem
Universitätsklinikum beteiligen sich auch das Institut für
medizinische Informatik und die Biobank Dresden, die ebenfalls Teil
der TU Dresden sind.

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